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Bauern Sorgen um EU-Agrarpolitik – Branche blickt nach Berlin

Sinkende Erzeugerpreise und unsichere EU-Agrarpolitik setzen Thüringens Landwirte unter Druck. Wie sich die Branche auf der Grünen Woche präsentiert.

Von dpa 15.01.2026, 14:49
Die Ministerin sieht viele Landwirtschaftsbetriebe unter Druck. (Archivbild)
Die Ministerin sieht viele Landwirtschaftsbetriebe unter Druck. (Archivbild) Martin Schutt/dpa

Erfurt - Vor Beginn der Grünen Woche an diesem Freitag in Berlin hat Thüringens Agrarministerin Colette Boos-John (CDU) auf die angespannte Lage vieler Landwirtschaftsunternehmen aufmerksam gemacht. „Der Motor läuft gerade nicht rund“, erklärte Boos-John. Viele Betriebe kämpften mit gesunkenen Erzeugerpreisen bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten - etwa für Futter- und Düngemittel oder Energie.

Hinzu komme, dass auch bei vielen politischen Projekten derzeit „die Säge klemme“, so die Ministerin. Sorgen bereite ihr insbesondere die Zukunft der gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) ab 2028, aus der auch in Thüringen wichtige Förderprogramme für Landwirtschaft und ländlichen Raum finanziert werden. Thüringen stelle in diesem Jahr rund 290 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft bereit.

Wenn Fördergelder wackeln, wächst die Sorge

Die Agrar-Finanzierungspläne der EU und das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten hätten für die heimischen Landwirte schwer verkraftbare Einschnitte zur Folge, erklärte BSW-Fraktionschef Frank Augsten. „Auch darüber werden wir in Berlin reden müssen.“

Auf der Grünen Woche will sich Thüringen laut der Ministerin als moderner Agrarstandort und erfolgreicher Lebensmittelproduzent präsentieren. Auf dem knapp 1.900 Quadratmeter großen Thüringer Gemeinschaftsstand sind den Angaben nach in diesem Jahr 74 Aussteller vertreten - darunter landwirtschaftliche Betriebe, Direktvermarkter, Verbände, Vereine, Landkreise und Regionen. 

Auf der weltgrößten Verbrauchermesse für Ernährung, Landwirtschaft, ländlichen Tourismus und Gartenbau werden bis zum 25. Januar rund 1.500 Aussteller aus 50 Ländern und mehr als 300.000 Besucher erwartet.