Kriminalität Schlag gegen Handel mit gestohlenen Autoteilen - Festnahme
Der Schaden ist enorm, der Ärger der Betroffenen sicher auch: Nach einer Serie aus teuren Autos gestohlener Teile geht Polizeibeamten aus Deutschland und Litauen ein 51-Jähriger ins Netz.

Lüneburg/Kaunas - Im internationalen Handel mit gestohlenen Autoteilen haben Polizeibeamte aus Lüneburg und Litauen einen mutmaßlichen Serientäter gefasst. Bei einer Durchsuchung im litauischen Kaunas sei am 12. Februar sei ein 51-Jähriger festgenommen worden, der insgesamt 60 Taten zwischen 2020 und 2025 begangen haben soll, teilte die Polizei Lüneburg mit. Bei diesen Taten sei ein Schaden von mehr als 900.000 Euro entstanden. Die Tatorte lagen etwa in Jesteburg, Ramelsloh, Maschen und Salzhausen (alle im Landkreis Harburg) sowie in Schneverdingen, Soltau und Bad Fallingbostel (alle im Heidekreis).
Nach Angaben der Polizei war es in den vergangenen Jahren in den beiden Landkreisen zu einer ganzen Serie von Teilediebstählen aus teuren Autos deutscher Premiummarken gekommen. Die Autos wurden nachts gewaltsam geöffnet, die gesuchten Teile wurden demontiert. Begehrt waren vor allem Scheinwerfer, Lenkräder, Airbags, Außenspiegel und Multimediaeinheiten.
51-Jähriger soll ausgeliefert werden
Bei der Durchsuchung des Wohnhauses des 51-Jährigen fanden die Beamten nach eigenen Angaben diverse Fahrzeugteile. Eine Zuordnung der Teile zu weiteren Straftaten dauere noch an. Auch das Auto des Mannes wurde sichergestellt, um zu klären, ob bei der Instandsetzung gestohlene Teile verbaut wurden.
Zuvor hatten Polizei und Staatsanwaltschaft Lüneburg monatelang ermittelt. Diese Ermittlungen richteten sich auch gegen drei weitere Männer im Alter von 52, 55 und 62 Jahren. Auch hier kam es zu zeitgleichen Durchsuchungen in Litauen und im Heidekreis. Der 51-Jährige soll den Angaben zufolge in den kommenden Wochen nach Deutschland ausgeliefert werden.