Winterwetter Mehr als 120 Unfälle nach Schnee und Glätte in Sachsen
Schneechaos am Morgen sorgt in Sachsen für mehr als 120 Unfälle, einige Verletzte und rutschende Müllwagen. Manch Autofahrer unterschätzt die Gefahr. Und das Winterwetter ist noch nicht vorbei.

Leipzig - Heftiger Schneefall und überfrierende Nässe haben den Straßenverkehr in Sachsen zu Wochenbeginn erheblich beeinflusst. Mehr als 120 Unfälle hat die Polizei am Montag in der Zeit von Mitternacht bis in den Vormittag gezählt, wie eine Anfrage bei den fünf Polizeidirektionen ergab. Am Montagmorgen waren nach DWD-Angaben zwischen fünf und zehn Zentimeter Neuschnee gefallen. Unter der Schneedecke war es durch überfrierende Nässe eisglatt.
Mehr Unfälle auf glatter Straße - oftmals unangepasste Fahrweise
Es sei in allen Regionen ein deutlich erhöhtes Unfallaufkommen registriert und mehrere Menschen seien verletzt worden. Ein Lastwagenfahrer musste nach einem Unfall im Landkreis Görlitz mit einem gebrochenen Bein ins Krankenhaus gebracht werden. Der Fahrer hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war gegen einen Baum geprallt.
In den meisten Unfällen war unangepasste Fahrweise auf eisglatter Straße die Ursache. Im Landkreis Zwickau hatte ein Autofahrer einen Lastwagen überholt und war in den Gegenverkehr gerutscht. Beim Zusammenstoß mit einem anderen Wagen wurde dessen Fahrer leicht verletzt. Zumeist blieb es aber bei Blechschäden. So war in Dresden ein Müllfahrzeug gegen ein parkendes Auto gerutscht. Auf der A4 bei Frankenberg (Landkreis Mittelsachsen) und der A14 bei Leipzig hatte sich am Morgen ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen ereignet.
Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, ihr Fahrverhalten den winterlichen Straßenverhältnissen anzupassen und mehr Zeit einzuplanen. Wer kann, sollte bei Blitzeis und extremer Glätte auf unnötige Fahrten verzichten.
Geduld von Bahnreisenden gefordert
Wer bei Schnee und Eis auf die Bahn setzt, braucht Geduld. Derzeit kommt es laut Bahn zu Ausfällen und Verspätungen bei der ICE-Verbindung von Frankfurt über Eisenach, Erfurt und Leipzig nach Dresden, hieß es am frühen Montagmittag. Grund dafür sind demnach die Auswirkungen von Schnee und Eis auf die Bahninfrastruktur im Raum Frankfurt am Main. Zu Ausfällen und Verspätungen kommt es auch auf den Bahn-Fernverkehrsverbindungen zwischen Magdeburg und Berlin.
Betroffen von Verspätungen ist außerdem auch die Intercity-Verbindung über Magdeburg, Halle und Leipzig nach Dresden wegen Wetterauswirkungen im Raum Hannover. Die Züge von München über Erfurt, Leipzig, Bitterfeld und Wittenberg nach Berlin fahren aktuell ebenfalls verspätet. Grund sind hier Wetterauswirkungen im Raum Nürnberg. Verspätungen gibt es auch auf der ICE-Verbindung über Erfurt und Halle nach Berlin.
Der starke morgendliche Schneefall und Straßenglätte hatten auch den ÖPNV im Freistaat beeinträchtigt. Aufgrund der aktuellen Wetterlage, könne es zu kurzfristigen Störungen, Verspätungen und auch Ausfällen im Linienverkehr kommen, hieß es auf Anfrage bei den Verkehrsbetrieben. Betroffen ist vor allem der Busverkehr.
Keinen großen Einfluss hatten Eis und Schnee dagegen auf den Flugbetrieb in Leipzig/Halle und Dresden. „Es gibt derzeit keine Verspätungen, alles läuft nach Plan“, sagte der Sprecher der beiden Flughäfen, Uwe Schuhart, auf Anfrage. Der Winterdienst sei rund um die Uhr im Einsatz und habe die Start- und Landebahnen rechtzeitig geräumt.
Es bleibt bei erhöhter Glättegefahr
Auch in den kommenden Tagen hat das Winterwetter Sachsen im Griff. Am Dienstag schneit es zwar weniger, Gefahr drohe aber vor allem durch gefrierende Nässe, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf Anfrage mitteilte. „Vielerorts steigen die Temperaturen tagsüber über den Gefrierpunkt und am Abend und in der Nacht friert es wieder“, sagte ein Meteorologe. Dadurch könnte es wieder spiegelglatt werden. Am Mittwoch wird laut DWD ein erneutes Tiefdruckgebiet erwartet. Vor allem im Vogtland wird dann mit heftigem Schneefall gerechnet.