Fälschung und Betrug

Fälschung und Betrug: Angeblicher Arzt aus Libyen erschlich sich noch mehr Jobs

Kemnath - Ein 37-jähriger Mann gab sich in Deutschland als Mediziner aus und erschlich sich so mehrfach Jobs als Arzt. Seit Mai 2018 sitzt der Mann in Haft, doch nun wurde bekannt: Er praktizierte an mehr Kliniken als bislang vermutet.

22.09.2018, 11:08

Ein 37-jähriger Mann gab sich in Deutschland als Mediziner aus und erschlich sich so mehrfach Jobs als Arzt. Seit Mai 2018 sitzt der Mann in Haft, doch nun wurde bekannt: Er praktizierte an mehr Kliniken als bislang vermutet.

Am Mittwoch wurde publik, dass der Libyer nicht nur in Kassel und Hildesheim als Arzt tätig war, sondern auch in Bayern. Durch einen medizinischen Vermittlungsdienst, der seine Dokumente offenbar nicht ausreichend geprüft hatte, war der Mann an das Kemnather Krankenhaus in der Oberpfalz vermittelt worden. Dort arbeitete er von März bis April zwei Monate lang als Assistenzarzt und gab sich unauffällig.

Falscher Arzt hatte kriminelle Energie

Laut Angaben des Krankenhauses seien keine Patienten zu Schaden gekommen, denn der Mann hatte weder Entscheidungsgewalt, noch soll er operiert haben. Dennoch werden nun sämtliche Patientenakten, mit denen der Mann in Kontakt war, auf Unregelmäßigkeiten geprüft.

Bereits im Mai 2018 wurde der Libyer zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Im Prozess kam heraus, dass der Mann zwar in seinem Heimatland Medizin studiert, aber das Studium nie abgeschlossen hatte. Um in Deutschland als Arzt arbeiten zu können, fälschte er zahlreiche Dokumente. Außerdem wurde bekannt, dass der Libyer sich hohe Summen an Sozialleistungen erschlich, obwohl auf seinem Konto 75.000 Euro lagen.

Nach seiner Haftstrafe droht ihm und seiner Familie die Abschiebung. (mz/swr)