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Tarifkonflikt im ÖPNV Berliner Streikleitung: Stimmung ausgesprochen kämpferisch

Wie in anderen Städten standen viele Busse und U-Bahnen in Berlin still. Die Organisatoren des Warnstreiks haben die Linke an ihrer Seite.

Von dpa 02.02.2026, 14:38
Aus Sicht der Streikleitung lief der Warnstreik in Berlin erfolgreich.
Aus Sicht der Streikleitung lief der Warnstreik in Berlin erfolgreich. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Berlin - Mit Blick auf den Warnstreik bei Bussen und Bahnen zeigt sich die Berliner Streikleitung hochzufrieden. „Die Beteiligung heute war sehr gut, die Stimmung war ausgesprochen kämpferisch und wir gehen voller Zuversicht in die weiteren Verhandlungstage“, sagte Busfahrer Ekkehard Spiegel, Vertrauensmann bei den Berliner Verkehrsbetrieben und Beteiligter der Streikleitung.

Die Arbeitgeber hätten sich geweigert, substanziell über die Forderungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu sprechen, sagte Spiegel. Stattdessen hätten sie Gegenforderungen, darunter die Ausweitung der Arbeitszeit und die Einschränkung von Krankengeldleistungen. Es sei, als ob eine Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf dem Verhandlungstisch gelandet wäre. „Unannehmbar, da werden wir niemals zustimmen“, sagte Spiegel.

Er äußerte sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Linken-Bundesvorsitzenden Ines Schwerdtner, die den Warnstreik unterstützte. Sie könne den Frust vieler Berlinerinnen und Berliner verstehen, sagte Schwerdtner. Doch nicht die Streikenden seien das Problem, sondern zu niedrige Bezahlung und zu hohe Belastung der Beschäftigten. „Die Probleme sind politisch, sie sind hausgemacht“, sagte die Linken-Politikerin.

Der Warnstreik hatte am Montag den öffentlichen Nahverkehr in großen Teilen Deutschlands lahmgelegt. In den Tarifverhandlungen fordert die Gewerkschaft Verdi bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.