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Tarifeinigung Krisen-Airport Leipzig/Halle: Beschäftigte bekommen 500 Euro mehr Lohn im Monat

Der Flughafen Leipzig/Halle schreibt Millionen-Verluste. Dennoch werden die Löhne nun um bis zu 19 Prozent angehoben. Was Verdi und die Flughafen-Führung dazu sagen.

Von Steffen Höhne Aktualisiert: 15.03.2024, 16:13
Die Flughafen-Beschäftigten legten seit Jahresanfang mehrmals die Arbeit nieder.
Die Flughafen-Beschäftigten legten seit Jahresanfang mehrmals die Arbeit nieder. Foto: Jan Woitas/dpa

Schkeuditz/MZ - Zu den Osterferien müssen Reisende am Flughafen Leipzig/Halle nicht mehr mit Flugausfällen infolge von örtlichen Streiks rechnen. Nach wochenlangen Verhandlungen mit tagelangen Arbeitsniederlegungen einigten sich die Gewerkschaft Verdi und Flughafen-Führung auf einen neuen Tarifvertrag. Im Ergebnis erhalten alle Vollzeitbeschäftigten zeitnah eine Inflationsausgleichszahlung in Höhe von insgesamt 2.300 Euro. Anschließend steigen die Vergütungen der Beschäftigten bis 2025 in mehreren Schritten um insgesamt 500 Euro. Das entspricht einer Erhöhung von bis zu 19 Prozent, teilte die Gewerkschaft mit.

Mehrtägige Streiks am Flughafen

„Nach der Zuspitzung zu Beginn der Verhandlungen haben beide Seiten den Weg zu konstruktiven Gesprächen zurückgefunden“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt. „Das angenommene Angebot stellt den maximalen Spagat zwischen dem wirtschaftlich Machbaren und den Forderungen von Verdi dar. Speziell für die Beschäftigten der unteren Entgeltgruppen wurden überdurchschnittliche Entgeltsteigerungen vereinbart“, betonte Ingo Ludwig, Vorstand der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG), zu der die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden gehören.

Seit Jahresanfang gab es mehrere mehrtägige Streiks. So legten Ende Januar mehr als 500 Beschäftigte für 30-Stunden die Arbeit nieder. Mehr als 100 Flüge mussten gestrichen werden. Es war die bis bisher längste Arbeitsniederlegung in der Geschichte des Airports.

Airport-Gesellschaft schreibt Millionenverluste

Nach der Corona-Pandemie ist die wirtschaftliche Lage des Flughafens allerdings weiter sehr angespannt. Sowohl bei den Passagieren als auch bei den Flugverbindungen ist das Niveau von 2019 längst nicht erreicht. Das gilt auch für den Flughafen Dresden. Die MFAG, deren größte Anteilseigner die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt sind, ist hoch verschuldet und schreibt Millionen-Verluste. In einem Sanierungsgutachten im Auftrag von Banken wird der Flughafenführung empfohlen, auch bei den Personalkosten zu sparen. Durch den Tarifabschluss dürfte absehbar aber die gegenteilige Entwicklung eintreten.