Katastrophenschutz

Warum sich eine Mutter aus Gatersleben im Kriseninterventionsteam des ASB engagiert

Eine Kundin warb die Friseurin für die Wasserrettung an, auch ihre beiden Kinder hat sie entsprechend motiviert.

Von Detlef Anders
Melanie Bendler, hier mit ihrer Tochter Sophia, engagiert sich nicht nur als Rettungsschwimmerin beim ASB.
Melanie Bendler, hier mit ihrer Tochter Sophia, engagiert sich nicht nur als Rettungsschwimmerin beim ASB. Foto: Detlef Anders

Gatersleben/MZ - Melanie Bendler sitzt in einem Regie-Klappstuhl und blickt auf den Froser See. Die 39-Jährige ist seit ein paar Tagen Rettungsschwimmerin des ASB Aschersleben. Und nicht nur dies. Sie hat 2020 auch eine Ausbildung zur Notfallseelsorgerin des Kriseninterventionsteams abgeschlossen. „Gerade mache ich den Rettungssanitäter“, sagt sie zum nächsten Projekt. Ein Ehrenamt nach dem anderen.

Melanie Bendler ist selbstständige Friseurmeisterin. „Ich habe eine Angestellte, da geht das“, meint sie angesichts des ungläubigen Blicks. Und angesichts der langen Shutdowns und mit geschlossenem Geschäft habe sie nur nach einer sinnvollen Aufgabe gesucht.

Angesteckt wurde die Gatersleberin durch ihre Kundin Uta Krauß, die beim ASB als Fachdienstleiterin Wasserrettung engagiert Rettungsschwimmer ausbildet. „Die sagte mir: Du wärst doch was für das Kriseninterventionsteam“, schilderte Melanie Bendler.

Melanie Bendler wurde durch Kundin Uta Krauß auf Wasserretter des ASB aufmerksam

„Als Friseurin ist man ja einfühlsam“, denkt sie am Anfang. An drei Wochenenden ließ sie sich ausbilden. Dann machte sie beim Sanitätsdienst weiter und schließlich kam die Wasserrettung hinzu.

Früher habe sie sich stark im Elternrat und Schulelternrat der Schule ihres Sohnes engagiert. Der ist inzwischen raus aus der Schule und die Mutter stellte beim Haareschneiden von Uta Krauß fest, dass sie jetzt mehr Freizeit hat. Und als diese mit der Idee zur Notfallseelsorge kam, machte Melanie Bendler mit. „Ich kann gut mit Menschen umgehen.“

Einsätze mit dem Kriseninterventionsteam habe sie aber noch nicht gehabt. Als sie mit der Ausbildung fertig war, gab es einen Trauerfall in der Familie. „Dann wird man erstmal gesperrt.“ Seit April könnte Melanie Bendler aber eingesetzt werden. Durch den Trauerfall habe sie gemerkt, dass sie mit Hinterbliebenen umgehen kann. „Man muss schon einfühlsam sein. Das ist wichtig“, weiß sie.

Ihre Kinder Bastian und Sophia hat Mutter Melanie zum Rettungsschwimmen bewogen

Obwohl sie eigentlich keine Sportschwimmerin war, machte sie auf Anfrage des ASB bei der Wasserrettung mit. Es war jemand ausgefallen und sie sprang schnell ein. Nach kaum zwei Wochen Training bestand sie die Prüfung, bei der auch 30 Sani-Fragen beantwortet werden mussten.

Ihre Kinder wurden auch angesteckt. Bastian, der 18-Jährige, und die erst elfjährige Schwester Sophia sind nun auch Rettungsschwimmer. „Mein Mann weigert sich. Der sagt, das reicht, einer muss auch den Haushalt machen und Rasen mähen“, sagt die 39-Jährige lachend.

Das Schwimmen tut ihrem Rücken gut, denkt die Friseurin. Kenntnisse als Sanitätshelfer und bald als Rettungssanitäter sind auch immer gut, nicht nur beim Dienst als Rettungsschwimmer an einem See. „Ich fand es so gut, dass ich gesagt habe, ich mache das weiter“, sagt sie und zeigt sich vom gesamten ASB in Aschersleben begeistert: „Das ist ein tolles Team.“ Dann fällt ihr noch eine Arbeit beim ASB ein: Im Impfzentrum in Gatersleben habe sie nebenbei ja auch noch mitgearbeitet.