Unternehmen aus der Region

Unternehmen aus der Region: Neue Jobs beim Online-König

Könnern - Das Handelsportal „Relaxdays“ mietet Ex-Aldi-Räume.

Von Dirk Skrzypczak und Torsten Adam 24.01.2018, 10:35

Die erste positive Wirtschaftsmeldung des neuen Jahres kommt vom halleschen Internet-Versandhandel „Relaxdays“. Wie Chef Martin Menz der MZ sagte, wolle er sein Unternehmen vergrößern.

Er übernimmt die Ex-Kohlefabrik im Gewerbegebiet Queis und das ehemalige Aldi-Zentrallager in Könnern.

Ende 2017 hatte der Discounter das Logistikzentrum aufgegeben. „Wir haben beide Immobilien zeitgleich angemietet und wollen die neuen Lager so schnell wie möglich betreiben“, erklärt Menz. Die Zahl seiner Mitarbeiter soll bis Ende 2018 von derzeit 100 auf 140 steigen.

Unternehmen aus der Region: Mit 2.000 Euro Startkapital angefangen

Es ist der nächste Paukenschlag von Halles Online-König. 2006 hatte der heute 32-Jährige mit seinem Internethandel in der Wohnung der Eltern begonnen. Startkapital: 2.000 Euro.

Das erste Produkt, das er verkaufte, waren Kopfmassagekrallen. Sein Studium brach er ab. Erfolg hat er trotzdem. „Man muss doch nur schauen, wo die Leute heute einkaufen. Das große Geschäft wird über das Internet abgewickelt.“

Die MZ bekam den Unternehmer am Montag in Berlin ans Telefon. Am Dienstag war er zu Kundengesprächen in Helsinki, am Mittwoch wurde er in Peking erwartet.

„Wir beziehen unsere Waren aus aller Welt und kaufen natürlich dort ein, wo wir wettbewerbsfähige Preise finden. Das ist der asiatische Markt“, sagt Menz.

Unternehmen aus der Region: Eine große Produktpalette

2.500 Artikel bietet „Relaxdays“ an - die Produktpalette reicht von Möbeln aus Bambus über Wohn- und Gartenutensilien bis hin zu Fußabtretern oder Kochlöffel - die Vielfalt ist groß. Mittlerweile ist „Relaxdays“ auch bei Amazon gelistet.

Allerdings sind die Grenzen des Wachstums am Firmensitz an der Berliner Straße in Halle erreicht - aus 13.000 Quadratmetern Lagerfläche sollen deshalb 45.000 werden. „Dann können wir bis Jahresende unser Angebot auf 4.000 Artikel ausbauen.“

Menz rechnet damit, dass sich der Umsatz von 20 Millionen Euro in 2017 auf 28 bis 30 Millionen in diesem Jahr steigern wird.

Unternehmen aus der Region: An den Hallen ist nicht viel zu tun

„In Könnern ist an der Halle nicht viel zu tun. Aber auch dort werden im Laufe des Jahres Veränderungen für rund eine halbe Million Euro notwendig sein, damit wir die Örtlichkeiten für unsere Bedürfnisse anpassen können“, erklärt der Geschäftsführer.

Man werde in Kürze mit der Suche nach Mitarbeitern beginnen und zeitnah zehn bis zwölf Leute einstellen, um die neuen Betriebsstätten in Queis und Könnern auf Vordermann zu bringen.

Von der Neuansiedlung in seiner Stadt erfuhr Bürgermeister Mario Braumann (parteilos) durch die MZ. „Das ist eine freudige Nachricht. Ein paar neue Jobs wären prima“, so sein Kommentar.

Er sei immer optimistisch gewesen, dass sich für das Objekt ein Nachnutzer findet, „weil wir logistisch mit der A 14 sehr gut angebunden sind.“ Braumann hofft, dass Menz bald den Kontakt zur Stadtverwaltung sucht, die Türen zum Rathaus stünden ihm offen. (mz)