Pflanzaktion bei „Schackstedter Strolchen"

Pflanzaktion bei „Schackstedter Strolchen" : Zu Halloween gibt's Kürbissuppe

Schackstedt - „Da liegt noch ein Kürbis“, ruft Stella, während die anderen Kinder aus der Kita „Schackstedter Strolche“ noch zwei Kartoffeln und Zwiebeln auf ihrem Beet entdecken. „Die kommen mit dem Moschus-Kürbis in die Suppe“, schlägt ihre Erzieherin Silke Loße-Wehlmann vor. Schließlich werde einmal monatlich in der Einrichtung, die vom Verein Kids aus Bernburg betrieben wird, selbst ...

Von Uwe Kraus
Adrian bereitet das Pflanzloch für seine Blumenzwiebel.

„Da liegt noch ein Kürbis“, ruft Stella, während die anderen Kinder aus der Kita „Schackstedter Strolche“ noch zwei Kartoffeln und Zwiebeln auf ihrem Beet entdecken. „Die kommen mit dem Moschus-Kürbis in die Suppe“, schlägt ihre Erzieherin Silke Loße-Wehlmann vor. Schließlich werde einmal monatlich in der Einrichtung, die vom Verein Kids aus Bernburg betrieben wird, selbst gekocht.

Die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte haben im 4.000 Quadratmeter großen Schaugarten des Vereins „Natur und Handwerk“ ihr eigenes Beet. Gemeinsam zählen Noah, Finn, Adrian, Nick und Benjamin auf, was dort seit dem Frühjahr, als sie die Verantwortung dafür übernahmen, alles so gewachsen sei: „Bohnen, Kartoffeln, Zwiebeln und Radieschen.“

Am Mittwoch ziehen die acht Kinder wieder ihre Gummistiefel an, um vom Kindergarten aus in den Schaugarten zu gehen, wo der Herbst unterdessen deutlich sichtbar Einzug gehalten hat. Sie stecken an diesem Vormittag Blumenzwiebeln. Gisela Rieland vom Verein „Natur und Handwerk“ verweist darauf, dass dies der symbolische Auftakt des Projekts „Kindergärten. Essgärten. Aus dem Boden auf den Teller und ins Glas“ sei. Die Gartenakademie Sachsen- Anhalt unterstütze diese Idee.

„Innerhalb dieses Projekts werden Mitarbeiter von über 20 Kindereinrichtungen qualifiziert, in ihrem Umfeld Essgärten anzulegen und das Thema Garten kindgerecht erlebbar zu machen.“ So werden Anregungen, Denkanstöße und Informationen rund um das gemeinschaftliche naturnahe Gärtnern, zu beliebtem Gemüse, zu alten Sorten und Wildarten, kindgerechtem Arbeiten und Kochen gegeben. Die Themen spannen sich dabei von den bestäubenden Bienen bis hin zum Boden, der auf natürlichem Wege mit Nährstoffen angereichert werden soll.

Daran nehmen Kindereinrichtungen in den Landkreisen Altmarkkreis Salzwedel, Jerichower Land, Börde, Mansfeld-Südharz, aus dem Salzlandkreis und in Magdeburg teil. Aus dem Salzlandkreis beteiligt sich bisher nur die Einrichtung in Schackstedt. Doch Gisela Rieland kündigt an, dass dies sich in den kommenden Jahren ändern könnte. „Noch ist der Sitz unseres Vereins in Biesenrode. Nun planen wir für das Jahr 2018 den Umzug hierher an den Schaugarten.“ Der bietet thematisch gestaltet allein 80 verschiedenen Küchenkräutern Platz, die neben Heilkräutern, Ölpflanzen und Getreide wachsen. Im kommenden Jahr entsteht hier eine Streuobstwiese. Mit den Färberpflanzen des Gartens wolle man mit den Kindern Schafwolle farbig gestalten.

Hier entsteht aus einer alten Stallanlage die Naturschule Schackstedt mit einem barrierefreien Seminarraum. Dafür hat der Biesenröder Verein 111.574 Euro Fördermittel in der Leader-Region Aschersleben-Seeland beantragt und bewilligt bekommen. Damit verbindet sich auch die Präsentation von Haustieren wie Esel, Hühner, Schafe und Kaninchen.

„Aus dem Boden auf den Teller und ins Glas“, der Titel sei symbolhaft gemeint. Denn die Kinder stecken ja mit Erzieherin Gerlinde Turek von Tulpe über Hyazinthen und Narzissen Blumenzwiebeln. „Wir wollen ja auch etwas für die Schönheit bei uns im Garten tun“, erklärt Gisela Rieland.

So stechen und schaufeln die Kinder kleine Löcher, um die Zwiebeln im Boden zu versenken. Dass die Kinder an diesem trüben Oktobertag dabei auch viele Regenwürmer finden, gehört zum Gartenalltag halt dazu. (mz)