Im Dauerregen

Fußball-Oberliga: Askania Bernburg gewinnt 4:3 gegen Wismut Gera

Bernburg - Als Schiedsrichter Marcel Riemer aus Eisenhüttenstadt abpfeift, liegen sich die Bernburger Spieler in den Armen. Mit dem 4:3 haben sie die Abstiegsränge vorerst verlassen.

Von Detlef Liedmann

Fußball kann so einfach sein. Schnelle Aktion über rechts durch Dennis Klitscher und Max Kretschmer. Der Ball kommt zu Tom Fraus. Seine Eingabe verwertet Franz Bochmann zum Bernburger 3:1. 50 Minuten sind da bei Dauerregen absolviert im Oberligaspiel des TV Askania gegen Wismut Gera.

Doch die Entscheidung ist es noch lange nicht. Die Thüringer kommen nochmals zum 3:3 heran. Dann sorgt Kretschmer mit einem Strich für das 4:3 (77.). Und als Schiedsrichter Marcel Riemer aus Eisenhüttenstadt abpfeift, liegen sich die Bernburger Spieler in den Armen. Mit dem 4:3 haben sie die Abstiegsränge vorerst verlassen.

„Wir haben versucht das umzusetzen, was vorab mit Tobias Donath besprochen war“

„Wir haben vor dem Spiel jedem noch einmal klargemacht, dass ein Abstieg für einen Fußballer mit das Schlimmste ist, was er erleben kann. Mir ist das ja selbst einmal widerfahren“, sagte Marcus Bäcker, der am Samstag den erkrankten Tobias Donath vertrat.

Und weiter: „In den Spielen jetzt wird sich entscheiden, wo die Reise hingeht. Für uns als Mannschaft und für jeden einzelnen“, so Bäcker. „Wir haben versucht das umzusetzen, was vorab mit Tobias Donath besprochen war.“

Nicht besprochen war indes die Schlafeinlage zu Beginn der Partie, welche die schnelle Führung für Gera durch Marco Pusch (2.) brachte. „Das ist uns ja in den letzten Spielen öfter passiert. Ich habe auch keine Erklärung“, so Bäcker.

Doch gingen die Mannen um Kapitän Mario Hesse zum Beispiel gegen Inter Leipzig oder im Landespokal gegen den HFC anschließend unter, hatten sie diesmal Antworten. Wobei der Ausgleich fast aus dem Nichts fiel. Ein langer Ball landete bei Kacper Keska und es hieß 1:1 (19.).

Kapitän Mario Hesse und Tom Fraus  zeigten, wie wichtig sie für die Mannschaft sind

Dann zeigten Hesse und Tom Fraus einmal mehr, wie wichtig sie für die Mannschaft sind. Hesse legte auf, Fraus traf zum 2:1 (27.). Schon zuvor hatte Hesse seinen Sturmpartner mit einem feinen Diagonalpass bedient (11.).

Aber die Bernburger rückten viel zu langsam nach. Anders Wismut. Bei Ballbesitz tauchten sofort drei, vier Spieler in der gefährlichen Zone auf. Und Keeper Max Stamer musste mehr als einmal retten.

Nach der Pause ging es munter weiter mit dem bereits erwähnten Treffer Bochmanns. Aber Gera, mit 32 Punkten als Neunter ebenfalls noch abstiegsgefährdet, wollte sich noch längst nicht geschlagen geben und nutzte einen Ballverlust im Bernburger Mittelfeld zum 2:3 in der 53. Minute durch Kapitän Jegur Jagupov.

Nicolas-Peter Weber hätte das Spiel in der 57. Minute vorentscheiden können

Da hatten die Gäste blitzschnell umgeschaltet. Doch das konnten die Bernburger am Samstag auch, und Nicolas-Peter Weber hätte das Spiel in der 57. Minute vorentscheiden können. Doch irgendwie bekam Wismuts Keeper Kriebel die Hand noch ans Leder.

Ab der 70. Minute nahmen Bernburgs Entlastungsangriff spürbar ab. Geras mitgereiste Fans sangen und trommelten ihr Team weiter nach vorn. Und als Askanias Abwehr bei einem Freistoß nicht entscheidend klären konnte, nutzte Christopher Lehmann den zweiten Ball zum Ausgleich (72.).

Doch das Spiel kippte nicht. Askania spielte weiter mutig und konzentriert nach vorn. Und Max Kretschmer hatte das Glück des Tüchtigen. „Max gönne ich es besonders. Zuletzt stand ihm immer irgendwas im Wege. Der Pfosten, ein Gegenspieler, der Torwart. Oder es haben Zentimeter gefehlt. Diesmal hat es genau gepasst“, so Bäcker. „So ein Treffer kann natürlich noch einmal Auftrieb geben für diese entscheidende Phase der Saison.“

An deren Ende könnte dem 13. der Tabelle noch die Relegation drohen. Abhängig ist das unter anderem davon, ob Jena und Cottbus in der Dritten Liga bleiben. „Wir müssen die letzten Spiele so gestalten, dass wir aus allem raus sind“, sagt Bäcker zu dem Thema.

Nächste Gegner ist am Samstag auswärts Blau-Weiß Zorbau. Dann kommt Rudolstadt in die Sparkassen-Arena (2. Juni), bevor es Pfingstsonntag zur Zweiten von Wacker Nordhausen geht. Ein knackiges Restprogramm also für die Schützlinge des Trainerduos Donath/Bäcker.

Bernburg:Stamer - Dabel, Salis, Bochmann, Klitscher, Keska (87. G. Flevaris), Weber, Kretschmer, Dierichen, Hesse, Fraus

(mz)