Kreis beantragt Fördermittel

Fahren Busse im Salzlandkreis bald auch mit Wasserstoff?

„Wir wollen in diesem Bereich weiter vorangehen“, erklärt der Landrat. Auch Müllfahrzeuge könnten mit Wasserstoff betrieben werden.

Ein Wasserstoffbus des polnischen Hersteller Solaris wurde im Mai 2021 in Rostock beim Nahverkehrsunternehmen Regionalbus vorgestellt.
Ein Wasserstoffbus des polnischen Hersteller Solaris wurde im Mai 2021 in Rostock beim Nahverkehrsunternehmen Regionalbus vorgestellt. (Foto: dpa)

Bernburg/MZ - In seiner Zukunftsstrategie ist das Ziel klar benannt: Der Salzlandkreis will in den nächsten Jahren die eigenen Emissionen drastisch senken, um die Umwelt zu schonen. Inwiefern das selbst gesteckte Ziel mithilfe von Wasserstoff als klimaneutraler Kraftstoff erreicht werden kann, will die Kreisverwaltung nach eigenen Angaben ab 2022 untersuchen. Ziel sei, eine Wasserstoff-Modellregion zu werden.

Landrat Markus Bauer (SPD) sagt: „Klimaschutz geht uns alle an. Wir wollen in diesem Bereich weiter vorangehen, um für andere Regionen als Vorbild zu dienen.“ Deshalb hat sich die Kreisverwaltung mit einer Projektskizze beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur um Fördermittel in Höhe von 198.000 Euro beworben.

In einem ersten Schritt soll dargestellt werden, inwiefern sich die Müllentsorgungsfahrzeuge des Kreiswirtschaftsbetriebs sowie die Busse der Kreisverkehrsgesellschaft mit Wasserstoff betreiben lassen. In diesem Zusammenhang soll untersucht werden, welche Infrastruktur notwendig ist und welche Kosten für die Allgemeinheit entstehen. Später wäre auch eine praktische Umsetzung der Ergebnisse denkbar.

Wasserstoff als Kraftstoff für Busse und Entsorgungsfahrzeuge kommt aus Sicht des für Kreisentwicklung zuständigen Fachdienstleiters Tilo Wechselberger in Betracht, weil die Reichweite im Vergleich zu reinen elektrifizierten Fahrzeugen größer ist. „Wir leben in einer ländlichen Region mit längeren Strecken als in Ballungsgebieten.“

Die „Energieregion Staßfurt“ legte einen Ansatz zur Wasserstoffnutzung vor

Tatsächlich sieht das Bundesverkehrsministerium im Einsatz von Wasserstoff eine Ergänzung zur Elektromobilität, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, wie es in den Auslobungsunterlagen heißt. Allerdings haben sich den Angaben zufolge bisher nur wenige Regionen in Deutschland mit dem Thema befasst.

„Dank unseres Energiemixes haben wir beste Voraussetzung, uns zu einer energieautarken Region zu entwickeln. Das würde uns auch einen großen Schub im Bereich Innovationen verleihen“, sagt der Landrat. Hintergrund: Der Anteil regenerativer Energie im Salzlandkreis betrage derzeit 70 Prozent.

Zudem habe die „Energieregion Staßfurt“ – eine Kooperation zwischen der Stadt Staßfurt, den Energieunternehmen Stadtwerke Staßfurt, Erdgas Mittelsachsen, MVV Umwelt sowie dem Fraunhofer- und Max-Planck-Institut Magdeburg – bereits einen innovativen Ansatz zur Wasserstoffnutzung vorgelegt. Die Verbundpartner verfolgen das Ziel, vor Ort erzeugte grüne Energien, insbesondere Wasserstoff, in den Bereichen Wärmeversorgung, Mobilität und Industrie einzusetzen.