Denny Schönemann aus Trebitz

Ex-Wolfgang-Petry-Double drehte in Spanien

„Ich finde, man muss aus den gegebenen Bedingungen das Beste machen“, sagt der 40-Jährige.

Der Trebitzer Denny Schönemann mit MDR-Moderator Marc Neblung beim Dreh im spanischen Alicante. Foto: Denny Schönemann, FEuerwehr Bernburg

Trebitz - Keine Auftritte, kein Publikum, kein Applaus - seit mehr als einem Jahr kämpfen auch die Künstler in der Region mit den Folgen der Corona-Pandemie. Aber wie ist es dem ehemaligen Wolfgang-Petry-Double Denny Schönemann seitdem ergangen, der sich inzwischen in der Schlagerwelt hinter der Kamera einen Namen gemacht hat? MZ-Redakteurin Katharina Thormann sprach mit dem 40-Jährigen, der trotz Krise öfter zum Arbeiten in die Sonne fliegt.

Wie hart hat Sie die Pandemie getroffen?

Schönemann: Nicht ganz so hart wie vielleicht andere Künstler. Früher war ich als Wolfgang-Petry-Double unterwegs, doch als ich 2017 meine Haare abgeschnitten hatte, habe ich diese Aufträge nicht mehr angenommen, sondern bin nur noch selten als Sänger aufgetreten. Viel mehr habe ich mich nun auf die Produktion von Musikvideos im Schlagerbereich spezialisiert.

Seit drei Jahren mache ich das schon professionell mit eigenen Fernsehsendungen bei Gute Laune TV, Alpenland TV Schweiz und My TV Plus. Unter anderem auch mit Moderatorin Linda Feller. Und auch mit Stefanie Hertel konnte ich kürzlich drehen. Zum Glück konnte ich deshalb auch im zurückliegenden Jahr ein bisschen arbeiten.

Wie haben Sie denn den ersten Lockdown im vergangenen Jahr erlebt?

Von jetzt auf gleich stand alles auf null. Alle Aufträge in Österreich und der Schweiz waren weg. Und dann konnte ich doch arbeiten und habe von zu Hause die Sendung „Shutdown“ produziert, in der mir Künstler kleine Videos geschickt haben, wie sie den Lockdown erleben. Und zwischendurch habe ich noch nicht gezeigte Musikvideos eingeblendet.

Also konnten Sie doch ein paar Möglichkeiten zum Arbeiten finden?

Ich habe abgecheckt, was im Lockdown möglich ist. Nach den vorgegebenen Bedingungen haben wir uns gerichtet und konnten im Februar sogar zum Drehen auf das spanische Festland nach Alicante fliegen. Mit dabei war auch MDR-Moderator Marc Neblung, der die Sendung live moderiert hat und wir dann mittendrin bereits zuvor gedrehte Videos gezeigt haben.

Wie lief die Reise ab?

Eigentlich ganz unkompliziert. Wir durften nur mit negativem Coronatest nach Spanien fliegen und haben uns vor dem Rückflug auch noch einmal getestet.

Da haben Sie eine echte Nische gefunden.

Ich finde, man muss aus den gegebenen Bedingungen das Beste machen. Und das versuche ich auch.

Wie geht es nun für Sie weiter?

Aktuell habe ich tatsächlich sehr viele Aufträge in der Schweiz und zum Glück einen großen Kundenstamm dort. Darum werde ich auch demnächst wieder 14 Tage zum Videodreh dort sein. Ende Mai werden ich wieder nach Spanien fliegen. Wir haben aus Sicherheitsgründen eine Finca gebucht, in der wir die Nachwuchs-Künstler erwarten und mit ihnen Videos drehen.

Was wünschen Sie sich für die nächsten Monate?

Ein bisschen mehr Normalität für die Künstler, dass sie endlich wieder auftreten können. Natürlich hängt das auch mit dem Impftempo zusammen. Noch bin ich nicht geimpft, aber ich hoffe, dass ich als Diabetiker nicht mehr lange darauf warten muss. (mz)