St. Cäcilien Kirche

Einweihung der Bronze-Glocke in Alsleben: Ein Moment, der nahe geht

Von Detlef Valtink
Die Stadtkirche war zur Glockeneinweihung gut besucht.
Die Stadtkirche war zur Glockeneinweihung gut besucht. (Foto: Detlef Valtink)

Alsleben/MZ - Die weit über 100 Besucher lauschten andächtig den Klang der Glocken. Zunächst ertönte die Bronzene - die Neue -, dann wurden auch die zwei Eisernen dazu geschaltet. Ein Moment, der vielen Alslebenern in der Kirche St. Cäcilien sehr nahe ging und besonders Anja Twietmeyer und Rita Swillus. Der Stadträtin und der Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates blieb es vorbehalten in der Festveranstaltung am Sonnabend nicht nur die Geschichte der Glocken-Restaurierung zu erzählen, sondern auch all denjenigen zu danken, die dieses Projekt zu einem glücklichen Ende geführt haben.

„Wir haben gezeigt, wie es gehen kann, wenn Jeder das macht, was er kann“

„Wir haben gezeigt, wie es gehen kann, wenn Jeder das macht, was er kann. Und bewiesen, dass eine Gemeinschaft etwas bewegen kann“, ist Anja Twietmeyer überzeugt. Die, die sich „gerüttelt und geschüttelt“ haben lassen, so die Stadträtin, sind jetzt mit ihren Namen auf einem hölzernen Glockenrelief verewigt - vom Großspender bis zu denjenigen, die neben dem Geldgeben auch viel Freizeit in das Projekt gesteckt haben. „Zwischenzeitlich haben wir nicht gewusst, woher das Geld noch kommen soll, um die Endsumme zu erreichen. Aber irgendwann es gelungen, alle anzustecken und davon zu überzeugen, dass die Glocke unsere Hilfe braucht“, erklärte Anja Twietmeyer den Festbesuchern.

Ihren Ursprung hat die Geschichte im Jahr 1991, wo das alte Eisenjoch in der Kirche ausgetauscht werden musste, da die Überzeugung herrschte, eines aus Stahl wäre besser. Doch wurde die Bronze-Glocke beschädigt und auch die Aufhängung der Glocke war nicht mehr sicher. Es wurde die Entscheidung getroffen, sie zum „alten Eisen“ zu machen und auszusortieren. Seit dem verrichten nur noch die zwei alten Stahlglocken im Turm ihren Dienst.

2019 mit der Spendenbüchse das erste Geld gesammlt

Anja Twietmeyer war es, die anlässlich des Weihnachtsmarktes 2019 mit einer Spendenbüchse das erste Geld einsammelte und dies mit Genehmigung der Chefetage der Saalemühle, zu der sie auch gehört. Dort hieß es damals: Sie kann auch die Einnahmen des Weihnachtsmarktstandes der Firma für ein Projekt ihrer Wahl einsetzen. Diese Wahl fiel auf die Bronzeglocke aus dem Jahr 1482. Denn sie war die Letzte der einst fünf Glocken im Turm, die die Zeit bis zum ersten Weltkrieg überlebt hatte.

Soweit die Geschichte. Die Neuzeit hat ein anderes Ergebnis und die Menschen sind froh darüber. Das galt es zu feiern: Mit einem kleinen Volksfest mit Marktreiben vor der Kirche, mit musikalischen Einlagen des Posaunenchores Beesenlaublingen-Könnern oder, wie scherzhaft angekündigt wurde, mit „Kaffeehausmusik“ von Joachim Diener. Gern hätte Rita Swillus auch zu einem Rundgang in den Glockenturm eingeladen. Doch hier müssen noch die Treppe und der Handlauf erneuert werden - ein neues Spendenprojekt.