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Freizeitevent Mit Video: Sportskanonen, Cheerleader und Geburtstagskinder - so lief die MZ Radpartie

Vier Strecken, 1.750 Teilnehmer und ein Ziel: Spaß an der Bewegung. Die MZ-Radpartie rollte wieder durch die Region.

Von Julius Lukas Aktualisiert: 17.06.2024, 09:42
Start und Ziel der Radpartie 2024 war das Gelände der Mitteldeutschen Zeitung in Halle. Von hier aus ging es auf vier verschiedene Runden.
Start und Ziel der Radpartie 2024 war das Gelände der Mitteldeutschen Zeitung in Halle. Von hier aus ging es auf vier verschiedene Runden. (Foto: Andreas Stedtler)

Halle (Saale). - Sportsattel, 21-Gänge und feuerrote Reifen: Erwin, acht Jahre alt, ist mächtig stolz auf sein Fahrrad. „Es ist ein bisschen schwer, aber das stört mich nicht“, sagt der Schüler aus Bernburg (Salzlandkreis). Jede Woche fahre er mit seinem Rad zum Boxtraining. Zehn Minuten pro Strecke. Am Sonntag jedoch war der Junge länger unterwegs. Bei der MZ-Radpartie nahm er es zusammen mit seiner Oma mit der 18-Kilometer-Tour auf. „Ich freue mich richtig auf die Strecke“, meint Erwin.

 
Vier Strecken, 1.750 Teilnehmer und ein Ziel bei der MZ-Radpartie 2024. (Kamera: Alexander Pförtsch, Andreas Stedtler, Schnitt: Anna Lena Giesert)
Fit wie ein Turnschuh: Erwin fährt jede Woche mit dem Rad zum Boxtraining.
Fit wie ein Turnschuh: Erwin fährt jede Woche mit dem Rad zum Boxtraining.
(Foto: Andreas Stedtler)

Hund Bea fährt mit

Mit seiner guten Laune war der Schüler nicht allein. 1.750 Hobbysportler machten sich am Sonntag auf die vier verschiedenen Strecken, die von Halle aus in den Norden führten. Die MZ-Radpartie ist dabei kein Rennen, bei dem es um Zeiten und Platzierungen geht. Viel mehr stehen die Freude an der Bewegung und das gemeinsame Fahrerlebnis im Vordergrund.

Tierischer Begleiter: Silke und Bernd Mäder hatten Hündin Bea dabei.
Tierischer Begleiter: Silke und Bernd Mäder hatten Hündin Bea dabei.
(Foto: Andreas Stedtler)
Entspannung für den müden Körper.
Entspannung für den müden Körper.
(Foto: Andreas Stedtler)

„Gemeinsam“ bedeutet für Silke und Bernd Mäder: Mit vierbeiniger Unterstützung unterwegs zu sein. „Wir haben unseren Hund Bea immer mit dabei“, erzählten die Hallenser. Die Terrierdame fuhr im extra dafür ausgestatteten Körbchen mit. „Oft läuft sie auch nebenher.“ Heute sei die Strecke aber zu lang.

Die Mäders hatten sich für die 45-Kilometer-Runde entschieden – so wie die meisten der Teilnehmer, die vom Gelände der Mitteldeutschen Zeitung in Halle in mehreren Wellen starteten. Das Wetter: nicht zu kalt und nicht zu warm, mit entspanntem Sonne-Wolken-Mix. Perfekt also, was auch für die Versorgung galt. Als die Pedale der meisten Freizeitradler schon glühten, verteilten Luzie Fiest und Carina Schleininger noch die letzten Essenspakete. „Uns sind die Bananen ausgegangen“, erzählten die Helferinnen. „Dafür gibt es zwei Riegel und einen Apfel – das stärkt auch.“

Saale-Bulls-Cheerleader Leonie, Josi, Saskia und Mathilde feuerten die Fahrer an.
Saale-Bulls-Cheerleader Leonie, Josi, Saskia und Mathilde feuerten die Fahrer an.
(Foto: Andreas Stedtler)
Gut Versorgt: Luzie Fiest und Carina Schleininger verteilten die Essenspakete.
Gut Versorgt: Luzie Fiest und Carina Schleininger verteilten die Essenspakete.
(Foto: Andreas Stedtler)
Check vor dem Start: Chris Hess (r.) machte vor Ort kleine Reparaturen.
Check vor dem Start: Chris Hess (r.) machte vor Ort kleine Reparaturen.
stedtler

Essenspaket verstaut, Trinkflasche gefüllt, Helm auf dem Kopf – fehlte nur noch der richtige Druck auf den Reifen. Den konnten sich die Teilnehmer bei Chris Hess holen. Der Zweiradmechatroniker von Little John Bikes aus Halle war mit Kompressor angereist und kümmerte sich auch um andere Fahrrad-Wehwehchen. „Ganz oft Luft aufpumpen, aber auch mal ein Schutzblech festmachen oder den Sattel richten“, sagte Hess.

Den Teilnehmern zur Seite standen auch Jana, die im Deutschlandtrikot fuhr, und Sohn Emil. Der Junge ist bei der Radunion, einem Radverein aus Halle, der die Touren absicherte. „Wir begleiten die Sportler und gucken, dass niemand von der Strecke abkommt“, erklärte Jana. Das Mutter-Sohn-Gespann war auf der 18-Kilometer-Strecke eingesetzt. Kein Problem für Emil, der Mountainbike fährt. „Da sind wir oft 45 Kilometer unterwegs.“

Immer dem Trikot nach: Emil und Mama Jana fuhren als Helfer mit.
Immer dem Trikot nach: Emil und Mama Jana fuhren als Helfer mit.
(Foto: Andreas Stedtler)
60. Geburtstag auf dem Rad: Ellen Syhre feierte am Sonntag auf zwei Rädern.
60. Geburtstag auf dem Rad: Ellen Syhre feierte am Sonntag auf zwei Rädern.
(Foto: Andreas Stedtler)

Ab 9 Uhr gingen die Radler auf die Strecken. Angefeuert wurden sie dabei von Leonie, Josi, Saskia und Mathilde. Die Cheerleader treiben normalerweise die Eishockeyspieler der Saale Bulls aus Halle an. „Wir wollen die Fahrradfahrer mit einem positiven Gefühl auf die Strecke schicken“, erklärte Josi den Pompon-Einsatz. „Und vielleicht hat der ein oder andere Teilnehmer auch Lust, selbst mal Cheerleader zu sein – wir suchen nämlich immer neue Mitglieder.“

Mittag im Schloss

Während die kurze Kinder-Runde nur einige Kilometer aus Halle hinausführte, kamen die Fahrer der 89-Kilometer-Tour bis nach Edderitz und Gröbzig im Kreis Anhalt-Bitterfeld. „Gut ausgeschildert, nette Streckenposten, aber ein bisschen viel Schotter und Kopfsteinpflaster“, war die fachmännische Bewertung von Dietmar Menzel. Der 72-Jährige war zusammen mit seinem Vereinskollegen Jürgen Reichelt vom Radsportverein Wittenberg unterwegs. „Radfahren hält uns fit“, meinte Reichelt während der Mittagsrast im Schloss Ostrau (Saalekreis).

Ein Großteil der Strecke führte durch den nördlichen Saalekreis.
Ein Großteil der Strecke führte durch den nördlichen Saalekreis.
(Foto: Julius Lukas)
Pausenort Schloss Ostrau
Pausenort Schloss Ostrau
(Foto: Jürgen Lukascheck)
Jürgen Reichelt  (Mitte) und Dietmar Menzel (rechts) fuhren die 89-Kilometer-Runde.
Jürgen Reichelt (Mitte) und Dietmar Menzel (rechts) fuhren die 89-Kilometer-Runde.
(Foto: Julius Lukas)
60. Geburtstag auf dem Rad: Ellen Syhre feierte am Sonntag auf zwei Rädern.
60. Geburtstag auf dem Rad: Ellen Syhre feierte am Sonntag auf zwei Rädern.
(Foto: Andreas Stedtler)

Die 89 Kilometer waren für die beiden Sportskanonen genau richtig. Und auch für Ellen Syhre passte am Sonntag alles. Die Radlerin aus Löbnitz feierte bei der MZ-Radpartie nämlich ihren 60. Geburtstag. „Ehrlich gesagt“, meinte Syhre, „schöner könnte ich mir diesen Tag nicht vorstellen.“