Energiekriese

Trotz Gasmangel: Wirtschaftsminister Schulze erwartet kein Firmensterben in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) geht auch nicht davon aus, dass massiv Jobs verloren gehen. Warum Düngemittelhersteller SKW aus Wittenberg systemrelevant ist.

Von Steffen Höhne Aktualisiert: 27.06.2022, 16:02
SKW in Wittenberg ist der größte industrielle Gasverbraucher in Sachsen-Anhalt.
SKW in Wittenberg ist der größte industrielle Gasverbraucher in Sachsen-Anhalt. Foto: Thomas Klitzsch

Wittenberg/MZ - Trotz der drastisch gestiegenen Gaspreise und einer Drosselung der russischen Lieferungen schätzt Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) die Lage der Unternehmen als stabil ein. „Ich rechne in der aktuellen Lage nicht mit einem Firmensterben“, sagte der Minister am Montag in Wittenberg. „Im Land gehen auch nicht massiv Jobs verloren.“ Wie sich die Lage entwickelt, sollte Russland den Gashahn komplett zudrehen, kann Schulze nicht einschätzen.

Das Land und die Bundesregierung bereiten sich aber auf eine solche Situation vor. Zuerst würde Erdgas für Unternehmen rationiert. „Wir unterscheiden da nicht nach großen und kleinen Firmen, sondern nach der Bedeutung in der Wertschöpfungskette“, sagte Michael Kellner (Grüne), Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Der Düngemittelhersteller SKW Piesteritz in Wittenberg, der größter Erdgasverbraucher Sachsen-Anhalts ist, gelte als systemrelevant. Düngemittel für die Landwirtschaft und AdBlue für Lkw seien wichtig. Wörtlich sagte Kellner: „Klar ist, es muss und soll hier weitergehen.“