„Sieg Heil, Herr Hauptmann!“

„Sieg Heil, Herr Hauptmann!“: Landes-Vize des ASB tritt zurück

Magdeburg - Nach Extremismus-Vorwürfen hat der Vize-Vorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes Sachsen-Anhalt (ASB), Kai Mehliß, sein Amt aufgegeben.

Von Jan Schumann

Nach Extremismus-Vorwürfen hat der Vize-Vorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes Sachsen-Anhalt (ASB), Kai Mehliß, sein Amt aufgegeben. Das gab der Wohlfahrtsverband am Donnerstag bekannt. Mehliß stolpert über mutmaßlich rechtsextreme Äußerungen in einem privaten Facebook-Chat.

Er soll im Jahr 2016 einen Bekannten mit „Sieg Heil, Herr Hauptmann“ gegrüßt haben. Aus dem gleichen Grund empfiehlt die CDU-Spitze aktuell einen Parteiausschluss des Christdemokraten Mehliß.

ASB nimmt Rücktrittsangebot an

ASB-Vorsitzende Krimhild Niestädt sagte der MZ, Mehliß habe den Rücktritt angeboten, um Schaden vom Verband abzuwenden. „Wir haben die Entscheidung von Herrn Mehliß zur Kenntnis genommen und nehmen sein Rücktrittsgesuch an“, so Niestädt. Mehliß tritt demnach auch als Vorstandsvorsitzender des ASB-Regionalverbandes Bernburg ab. Niestädt hatte nach Bekanntwerden des Chats betont, für Rechtsextremismus sei kein Platz im Verband. Mehliß sei aktuell weiter Mitglied. „Wir werden am Freitag über weiteres Vorgehen beraten“, erklärte Niestädt.

CDU berät über Parteiausschluss

Am Freitag könnte auch die CDU formell über ein Parteiausschlussverfahren entscheiden. Das hatte der Landesvorsitzende Holger Stahlknecht vor Tagen angekündigt.

Mehliß werden Kontakte zu einer extrem rechten Preppergruppe mit Verbindungen nach Sachsen-Anhalt vorgeworfen. Die Gruppe soll sich für einen vermeintlichen „Rassenkrieg“ gerüstet und die teils illegale Bewaffnung geplant haben. Seine „Sieg-Heil“-Nachricht soll Mehliß einem der Mitglieder geschickt haben. Am Freitag diskutiert der Landtag über das aufgeflogene Netzwerk. (mz)