„Sieg Heil, Herr Hauptmann!“

„Sieg Heil, Herr Hauptmann!“: Holger Stahlknecht: CDU-Spitze will Mitglied rauswerfen

Magdeburg - Sachsen-Anhalts CDU-Spitze empfiehlt den Parteiausschluss eines Mitglieds, das sich rechtsextrem in privaten Facebook-Chats geäußert haben soll. Das sagte CDU-Landeschef Holger Stahlknecht am Dienstag der MZ. Es geht um den Satz „Herzlichen Glückwunsch und Sieg Heil, Herr ...

Von Jan Schumann 09.06.2020, 15:01
Innenminister Holger Stahlknecht (CDU,Sachsen Anhalt)
Innenminister Holger Stahlknecht (CDU,Sachsen Anhalt) www.imago-images.de

Sachsen-Anhalts CDU-Spitze empfiehlt den Parteiausschluss eines Mitglieds, das sich rechtsextrem in privaten Facebook-Chats geäußert haben soll. Das sagte CDU-Landeschef Holger Stahlknecht am Dienstag der MZ. Es geht um den Satz „Herzlichen Glückwunsch und Sieg Heil, Herr Hauptmann!“

So soll das betroffene CDU-Mitglied einen Bekannten per Facebook gegrüßt haben. Der beschuldigte Christdemokrat bestreitet die Vorwürfe als unwahr und lässt sie nach eigener Aussage juristisch prüfen. Der Christdemokrat sitzt im Vorstand eines Stadtverbands in Sachsen-Anhalt.

Stahlknecht hält brisante Chat-Inhalte für echt

Stahlknecht sagte der MZ hingegen, er halte die Chats „nach jetzigem Stand“ für echt. Die Empfehlung des geschäftsführenden Landesvorstands für ein Parteiausschlussverfahren sei einstimmig gewesen. Unter anderem nahm Ministerpräsident Reiner Haseloff an der Sitzung teil. Bis Freitag soll der CDU-Vorstand dann einen endgültigen Beschluss fassen.

Brisant: Der beschuldigte Christdemokrat soll Kontakt zu einer extrem rechten Prepper-Gruppe gehabt haben, die eine teils illegale Bewaffnung für einen vermeintlichen „Rassenkrieg“ geplant haben soll.

Die „Sieg Heil“-Äußerung soll der CDU-Mann im Jahr 2016 gegenüber einem zentralen Mitglied der Prepper-Gruppe gemacht haben – einem Ex-Mitarbeiter der AfD-Fraktion. (mz)