„Kampf der Nibelungen“

Razzia in Magdeburg beim „Kampf der Nibelungen“: Hundertschaft löst illegale Boxveranstaltung im rechten Milieu auf

Magdeburg - Die Polizei hat in Magdeburg eine rechtsextreme Boxveranstaltung verboten und aufgelöst. Rund 90 angereiste Teilnehmer und Besucher aus zehn Ländern seien am Samstag den Aufforderungen gefolgt und hätten das Veranstaltungsgelände verlassen, teilte ein Behördensprecher am Nachmittag mit. Rund 140 Beamte waren im Einsatz. Ein Boxring wurde sichergestellt. Da die Teilnehmer widerstandslos abzogen, gab es zunächst keine Anzeigen, wie ein Polizeisprecher am Sonntag ...

26.09.2020, 12:15

Die Polizei hat in Magdeburg eine rechtsextreme Boxveranstaltung verboten und aufgelöst. Rund 90 angereiste Teilnehmer und Besucher aus zehn Ländern seien am Samstag den Aufforderungen gefolgt und hätten das Veranstaltungsgelände verlassen, teilte ein Behördensprecher am Nachmittag mit. Rund 140 Beamte waren im Einsatz. Ein Boxring wurde sichergestellt. Da die Teilnehmer widerstandslos abzogen, gab es zunächst keine Anzeigen, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte.

Laut Mitteilung wurde die aufgebaute Boxringanlage auf dem Gelände eines Motorradclubs als „Kampf der Nibelungen“ ausgewiesen. Dabei handelt es sich um eine seit Jahren an wechselnden Orten organisierte Kampfsportveranstaltung, die das Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistisch einstuft.

Boxveranstaltung in Magdeburg war nicht offiziell angemeldet

Das Turnier habe in den vergangenen Jahren steigende Teilnehmerzahlen verzeichnet, heißt es im aktuellen Verfassungsschutzbericht. Im Jahr 2018 sei es erstmals nicht konspirativ organisiert, sondern im sächsischen Ostritz offiziell angemeldet worden. Die Stadt verbot die Boxveranstaltung mit der Begründung, dass die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet sei. Das Verbot wurde gerichtlich bestätigt.

Die Boxveranstaltung in Magdeburg hielten die Veranstalter im Vorfeld wieder geheim und meldeten sie nicht offiziell an, wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte. Allerdings erfuhr die Polizei trotzdem davon und verbot sie mit einer ähnlichen Begründung wie zuvor die Stadt Ostritz. (dpa)