Impfpflicht in Gesundheitsberufen

Kommentar zu Novavax und Jobverlust: Die Impfpflicht funktioniert nicht

Die Corona-Impfpflicht für Gesundheitsberufe rückt näher. Doch auch Novavax hat die Impfquote nicht erhöht. Julius Lukas meint, dass ein ungeimpfter Pfleger noch immer besser ist als gar kein Pfleger.

Von Julius Lukas Aktualisiert: 09.03.2022, 11:54
Der proteinbasierte Impfstoff Nuvaxovid sollte Impfskeptiker überzeugen. Bisher ist er ein Ladenhüter.
Der proteinbasierte Impfstoff Nuvaxovid sollte Impfskeptiker überzeugen. Bisher ist er ein Ladenhüter. Foto: Friso Gentsch/dpa

Halle/MZ - Als die einrichtungsbezogene Impfpflicht zunehmend näher rückte, hörte man eine Hoffnung immer häufiger: Wenn erst einmal der neue Impfstoff da sei, würden sich einige der Impfverweigerer im Gesundheitssektor sicher noch umentscheiden. Doch nachdem Novavax nun eine Woche im Einsatz ist, kehrt Ernüchterung ein. 520 Impfungen bei 39.000 verfügbaren Dosen in Sachsen-Anhalt sprechen eine deutliche Sprache.

Zum Problem wird das für den Gesundheitssektor. Denn am 16. März droht Ungeimpften ein Arbeitsverbot. In manchen Einrichtungen betrifft das noch immer 15 Prozent der Belegschaft. Sie haben sich weder durch Novavax, noch durch das drohende Beschäftigungsverbot überzeugen lassen. Mehr Druck geht fast nicht.

Nun kann man sich hinstellen und sagen: Dann werft die Verweigerer doch alle raus! Doch wem wäre damit geholfen? Dem sozialen Miteinander keinesfalls. Und auch nicht denjenigen, die man durch die Impfpflicht schützen will. Denn ein ungeimpfter Pfleger ist noch immer besser als gar kein Pfleger. Zumal im Gesundheitsbereich die Schutzkonzepte gut erprobt sind.

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht funktioniert nicht - je näher der 16. März rückt, desto deutlicher wird das.

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