Pflege in Sachsen-Anhalt Menschen fürchten, Pflege nicht mehr zahlen zu können - Vertrauen schwindet
Sachsen-Anhalter sehen die hohen Kosten für die Pflege als eines der größten Probleme. Sie fordern, dass sie für alle bezahlbar sein muss - und sehen den Staat in der Pflicht. Das hat eine DAK-Befragung von Menschen in Sachsen-Anhalt ergeben.

Explodierende Kosten für Pflegeheime, fehlende Fachkräfte: Menschen in Sachsen-Anhalt verlieren das Vertrauen in die Pflegeversorgung. 60 Prozent bewerten die Pflegesituation derzeit als nicht oder gar nicht gut. Fast jeder Zweite rechnet mit einer Verschlechterung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Krankenkasse DAK.
Ängste und Verunsicherung der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt
Große Erwartungen bestehen an die Politik und die angekündigte große Pflegereform. Die hohen Kosten für einen Pflegeheimplatz werden als eines der zentralen Probleme benannt, hinzu kommt der Personalmangel. 88 Prozent der Befragten fordern, dass die Pflege in Deutschland „für alle bezahlbar“ werden müsse.
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„Unser Pflegereport zeigt eine große Verunsicherung der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt“, sagt DAK-Landeschef Steffen Meyrich. Die Ergebnisse seien „ein Weckruf an die Politik in Bund und Ländern“. Probleme in der Finanzierung und Versorgung müssten gelöst werden. „Wir brauchen jetzt eine Reform mit einer strukturelle Neuausrichtung der Pflegeversicherung, die die Menschen in Sachsen-Anhalt ausreichend, verlässlich und bezahlbar absichert.“
Sachsen-Anhalter befürchten, die Pflege nicht mehr zahlen zu können
80 Prozent der Befragten erlebt es als ungerecht, nach langjähriger Einzahlung in die Pflegeversicherung bei Pflegebedarf nicht ausreichend abgesichert zu sein. Genauso viele sind überzeugt, dass die Pflege für viele Menschen schlicht nicht mehr bezahlbar ist. Rund drei Viertel fürchten, durch die Kosten überfordert zu werden, sollten sie selbst pflegedürftig werden.
Wie im Bund sehen die Befragten in Sachsen-Anhalt die größten Probleme im Bereich der Finanzierung. Die Mehrheit (52 Prozent) sieht den Staat und die gesetzliche Pflegeversicherung in der Pflicht, einen Pflegebedarf abzusichern. 60 Prozent finden, es sollten dafür staatliche Zuschüsse oder Steuermittel eingesetzt werden. 49 Prozent halten eine Beitragserhöhung für vermögende oder gutverdienende Menschen für den richtigen Weg. Rund ein Drittel meint, Vermögende sollten im Pflegefall stärker an den Pflegekosten beteiligt werden.
Große Pflegereform auf Bundesebene
Ein klares Meinungsbild gibt es auch zur Überlegung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, eine private Pflegezusatzversicherung einzuführen: Nur elf Prozent befürworten eine private Pflegezusatzversicherung. Dies war eine der Überlegungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“. Ende 2025 hatte diese von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Kommission ihre Vorschläge für die große Pflegereform vorgelegt.