Lehrer schlagen Alarm

Kommentar zu wachsenden Lernlücken: Corona ist ein Bildungsrisiko

Nach zwei Jahren Schmalspurunterricht ist zusätzliche Hilfe für Schüler dringend nötig. Das Land Sachsen-Anhalt hat den Ernst der Lage offenbar erkannt.

Von Jan Schumann Aktualisiert: 11.02.2022, 20:18
Corona ist ein Bildungsproblem für Kinder. Lehrer warnen vor immer größeren Lernlücken.
Corona ist ein Bildungsproblem für Kinder. Lehrer warnen vor immer größeren Lernlücken. Foto: dpa

Magdeburg/MZ - Man muss es sich immer wieder vor Augen führen: Schulkinder haben stärker als viele andere gesellschaftliche Gruppen unter der Pandemie gelitten. Sie mussten zur Zeit des Lockdowns zu Hause bleiben, um Oma und Opa zu schützen. Und heute leben sie täglich mit dem Risiko, wegen einer der vielen Corona-Infektionen an den Schulen in Quarantäne geschickt zu werden - von einem Tag auf den anderen.

Bei all dem sind leider erhebliche Teile des vorgesehenen Unterrichts auf der Strecke geblieben. So muss man es heute - zwei Jahre nach Ausbruch des Coronavirus - bilanzieren. Lehrer schlagen zurecht Alarm. Wenn für Kinder sogar das korrekte Halten von Stiften zum Problem wird, ist die Lage ernst.

Leider hat sich Sachsen-Anhalts Bildungsministerium in der zweijährigen Pandemie nicht nur mit Ruhm bekleckert. Nur schleppend läuft die Ausrüstung von Klassenräumen mit Luftfilteranlagen. Dafür gab es Server-Pannen im Homeschooling. Das kostete Vertrauen. In der Frage der Lerndefizite hat das Land den Ernst der Lage aber erkannt. Und mit einem riesigen Schuldenpakets auch angemessen gehandelt.

Das Land hat den Ernst der Lage erkannt.

Jan Schumann, Landtagskorrespondent

Sogar Lehrerorganisationen, die sonst um keine Kritik verlegen sind, sagen diesmal: Das Geld, das Sachsen-Anhalt jetzt für benachteiligte Schüler in die Hand nimmt, ist gut angelegt. Mit fast 50 Millionen Euro gilt das Lob auch für den Umfang der Hilfe.

Sachsen-Anhalt muss jetzt dafür sorgen, dass geplante Angebote wie Lerncamps in den Ferien unkompliziert bei Schülern ankommen. Mittlerweile ist so viel Unterricht ausgefallen: Man kann getrost davon ausgehen, dass die Hilfe landesweit gebraucht wird. Deshalb sollte das Land auch offensiv für diese Nachholeangebote werben. Damit die entstandenen Bildungsschäden so gut wie möglich behoben werden.

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