Vater der „Ehe für alle“ ist tot

Eduard Stapel ist tot: Trauer um den Vater der Ehe für alle

Magdeburg - Er galt als Kopf hinter der „Ehe für alle“, die erst im Juni vom Bundestag beschlossen worden war: Der langjährige Schwulenaktivist, DDR-Bürgerrechtler und Grünen-Politiker Eduard Stapel ist am vergangenen Sonntag einer schweren Krankheit erlegen, wie erst jetzt bekannt wurde.

Von Alexander Schierholz

Er galt als Kopf hinter der „Ehe für alle“, die erst im Juni vom Bundestag beschlossen worden war: Der langjährige Schwulenaktivist, DDR-Bürgerrechtler und Grünen-Politiker Eduard Stapel ist am vergangenen Sonntag einer schweren Krankheit erlegen, wie erst jetzt bekannt wurde.

Eduard Stapel ist tot - das Pfarramt blieb für ihn unerreichbar

Stapel, der 64 Jahre alt wurde, stammte aus Bismark in der Altmark. Er studierte Journalistik und Theologie, wollte Pfarrer werden - und scheute nicht die Konfrontation mit dem SED-Staat und der Kirche.

„Mit seinem Namen war in der Evangelischen Kirche die Frage verbunden, ob offen schwul lebende Pfarrer denn ordiniert werden könnten“, sagte  die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Birgit Neumann-Becker, am Mittwoch. Die Antwort hieß nein: Stapel, von Freunden und engen Wegbegleitern Eddi genannt, bekam eine Stelle in der Schwulenseelsorge. Das Pfarramt blieb für ihn unerreichbar.

Volker Beck über Eduard Stapel: „Die kirchliche Schwulenarbeit in der DDR, das war Eddi“

In den 1980er Jahren gründete Stapel in der DDR Schwulengruppen. „Die kirchliche Schwulenarbeit  in der DDR, das war Eddi“,  würdige ihn sein langjähriger Mitstreiter, der scheidende Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck. Sein Einsatz brachte Stapel ins Visier der Stasi, die seine Existenz zerstören wollte.

Doch Stapel ließ sich nicht einschüchtern: Nach der Wende gründete er den Lesben- und Schwulenverband Deutschland mit und engagierte sich bei den Grünen in Sachsen-Anhalt. Zwischen 1998 und 2000 war er Landeschef der Partei, von 2011 bis zum Sommer dieses Jahres Bürgermeister in seiner Heimatstadt Bismark.  „Seinen Mut und seine Verdienste werden wir nie vergessen“, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Christian Franke.