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  7. Alkohol in der DDR: Beliebte Spirituosen und Marken

Schnaps, Sekt, Bier Ohne Rotkäppchen ging nichts! Diese DDR-Alkoholmarken liebte der Osten

In der DDR gehörte Alkohol für viele zum Alltag. Manche Getränke wurden zu echten Klassikern und waren fast überall zu finden. Welche das waren und ob es sie heute noch im Handel gibt.

Von Jonas Lohrmann Aktualisiert: 22.01.2026, 16:40
In der DDR wurden viele unterschiedliche Spirituosen hergestellt. Manche dieser Getränke gibt es bis heute.
In der DDR wurden viele unterschiedliche Spirituosen hergestellt. Manche dieser Getränke gibt es bis heute. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Magdeburg/Halle (Saale)/DUR. – Ob bei Familienfeiern, im Jugendklub, am Baggersee oder im sozialistischen Feierabend: In der DDR wurde gern und regelmäßig getrunken. Statistiken aus den späten 1980er Jahren zeigen, dass der Alkoholkonsum in Ostdeutschland zu den höchsten in Europa gehörte.

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Durchschnittlich trank jeder DDR‑Bürger im Jahr mehr als 23 Flaschen Spirituosen – und dabei waren Bier, Wein und selbst gebrannter Schnaps aus der Nachbarschaft noch nicht einmal eingerechnet. Kein Wunder also, dass sich in dieser Zeit echte Kultmarken entwickeln konnten.

1. Rotkäppchen-Sekt: Der meistgetrunkene Schaumwein der DDR

Rotkäppchen war der Sekt, der in der DDR wirklich überall auftauchte. Die markante Flasche mit dem roten Mützchen-Etikett war unverwechselbar und wurde zum Symbol für "etwas Besonderes", das trotzdem noch bezahlbar war.

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Rotkäppchen war schon in der DDR eine bekannte Sektmarke und ist heute Marktführer in Deutschland.
Rotkäppchen war schon in der DDR eine bekannte Sektmarke und ist heute Marktführer in Deutschland.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Mit einem Alkoholgehalt von meist um die 11 Prozent war Rotkäppchen ein klassischer Schaumwein: leicht, prickelnd, festlich und gerade deshalb so beliebt. Er schmeckte nicht luxuriös, aber verlässlich gut. Ein Getränk, das man öffnete, wenn es etwas zu feiern gab, ohne großen Aufwand und ohne viel Pomp.

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Die Geschichte von Rotkäppchen begann schon im 19. Jahrhundert in Freyburg an der Unstrut. In der DDR wurde die Kellerei in Sachsen-Anhalt zum volkseigenen Betrieb und stellte jedes Jahr Millionen Flaschen her. Fast jede Familie hatte eine Rotkäppchen-Flasche im Schrank stehen – oft auch auf Vorrat, weil manche Sorten nicht immer einfach zu bekommen waren.

Nach der Wende sah es zunächst schlecht aus. Westdeutsche Marken überrollten den Markt und die Kellerei stand kurz vor dem Aus. Doch Rotkäppchen schaffte, was nur wenige Ostmarken geschafft haben: einen Neustart. Die Marke wurde überarbeitet und modernisiert. Heute gehört Rotkäppchen zu den erfolgreichsten Schaumweinhersteller Deutschlands.

2. "Pfeffi": Pfefferminzlikör aus der DDR

Pfefferminzlikör, in der DDR meist einfach "Pfeffi" genannt, war ein echter Klassiker unter den Kräuterschnäpsen. Mit 18 oder 25 Prozent Alkohol, manche Sorten sogar noch stärker, hatte er es ordentlich in sich.

Der Pfefferminzlikör wurde in der DDR kurz "Pfeffi" genannt.
Der Pfefferminzlikör wurde in der DDR kurz "Pfeffi" genannt.
Foto: Gregor Tholl/dpa

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Das giftgrüne Elixier brannte kühl und scharf zugleich und war mit seiner knalligen Flasche auf jeder Feier sofort zu erkennen. Ob eiskalt und pur oder gemischt: Wer einmal Pfeffi getrunken hatte, vergaß diesen Geschmack so schnell nicht.

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In den vergangenen Jahren hat Pfeffi ein kleines Comeback gefeiert: Er ist nicht nur im Osten weiterhin beliebt, sondern hat sich auch in ganz Deutschland als Kultgetränk etabliert.

3. Berliner Pilsner: Das Feierabendbier der DDR

Es war im Osten das Bier für den Feierabend nach der Schicht, für den Stammtisch im Klubhaus oder das Grillwochenende im Kleingarten. Berliner Pilsner war kein Luxusprodukt und wollte es auch nicht sein.

Berliner Pilsner galt als typisches Alltagsbier der DDR.
Berliner Pilsner galt als typisches Alltagsbier der DDR.
Foto: Imago/Manja Elsässer

Mit rund fünf Prozent Alkohol war es ein klassisches, leicht trinkbares Pils: erfrischend, zuverlässig und genau richtig, um den Arbeitstag hinter sich zu lassen. Kurz: ein Bier, das man nicht analysierte, sondern einfach trank.

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Die Wurzeln der Marke reichen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, als Berlin noch eine echte Brauereimetropole war. In der DDR gehörte Berliner Pilsner zu den bekanntesten Bieren in Ostberlin und Umgebung. Hergestellt wurde es im VEB Getränkekombinat Berlin, einem Zusammenschluss mehrerer volkseigener Brauereien.

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Nach der Wende hatte Berliner Pilsner wie viele ostdeutsche Klassiker erst einmal mit der Konkurrenz großer Westmarken zu kämpfen. Doch dieses Bier hielt sich. Es wurde modernisiert, bekam ein neues Auftreten und fand schließlich einen Platz in der Radeberger Gruppe, die es bis heute produziert.

4. Goldbrand: Der Weinbrand-Klassiker aus der DDR

Kaum ein Schnaps war in der DDR so verbreitet wie Goldbrand. In vielen Haushalten stand er griffbereit im Küchenschrank, im Keller oder wurde bei Feiern selbstverständlich auf den Tisch gestellt.

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Goldbrand war keine einzelne Marke, sondern eine Schnapssorte, die in mehreren Betrieben hergestellt wurde. Er bestand aus Weinbrand und zusätzlichem Alkohol, meist etwa 32 Prozent.

Goldbrand zählte in der DDR zu den beliebten Weinbrand-Sorten.
Goldbrand zählte in der DDR zu den beliebten Weinbrand-Sorten.
Foto: picture-alliance/ dpa/Jens Wolf

Getrunken wurde Goldbrand in der Regel pur, manchmal gut gekühlt, manchmal gemischt. Er war stark, aber nicht zu stark – genau richtig für einen Abend mit Freunden oder Familie.

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Hergestellt wurde der Klassiker in mehreren Brennereien im ganzen Land. Deshalb war er fast überall zu bekommen. Eine Flasche mit 0,7 Litern kostete 14,50 Mark. Das war nicht billig, aber für viele bezahlbar. Viele gaben ihm Spitznamen wie "Goldi" oder "Vierzehnfuffziger" – nach seinem festen Preis.

Nach der Wende verschwand Goldbrand erst einmal aus den Geschäften. Später kam er zurück. Heute gibt es ihn noch, oft mit etwas weniger Alkohol.

5. Goldkrone: Dieser DDR-Schnaps wird bis heute verkauft

Goldkrone gehörte in der DDR zu den Schnäpsen, die man sofort erkannte. Nicht wegen einer auffälligen Flasche, sondern wegen seines typisch braunen Farbtons und des unverwechselbaren Geschmacks.

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Mit einem festen Preis von 27 Mark pro 0,7‑Liter‑Flasche war Goldkrone nicht gerade günstig, aber für viele trotzdem erschwinglich. Deshalb stand in vielen Wohnungen immer eine Flasche im Schrank. Wegen seiner Farbe nannte man ihn auch oft einfach "den Braunen".

Nach den Streitigkeiten um die Produktionsrechte wird Goldkrone heute nur noch in Wilthen produziert.
Nach den Streitigkeiten um die Produktionsrechte wird Goldkrone heute nur noch in Wilthen produziert.
Foto: Matthias Hiekel/dpa

Nach der Wende gab es Streit um die Produktionsrechte, doch Goldkrone überlebte. Heute stellt nur noch die Wilthener Weinbrennerei in Sachsen das Getränk her. Zeitweise galt Goldkrone sogar als meistverkaufte Spirituose Deutschlands, besonders im Osten.

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6. Kristall Wodka: Der "Blaue Würger" der DDR

Kristall Wodka war der bekannteste Wodka der DDR. Er war kein Getränk zum Genießen, sondern eines mit Wirkung. Mit 40 Prozent Alkohol war er sehr stark.

Man erkannte ihn sofort an der Flasche mit dem blauen Etikett. Deshalb nannten ihn viele auch den "Blauen Würger". Getrunken wurde er meist pur, aus kleinen Schnapsgläsern oder direkt aus der Flasche.

Oft gab es dazu etwas zu essen, zum Beispiel saure Gurken oder Mischbrot. Das gehörte einfach dazu. Kristall Wodka war Teil einer ausgeprägten Trinkkultur in der DDR.