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Kultmarke aus der DDR Voll aufdrehen! Diese DDR-Lautsprecher  überzeugen noch heute mit ihrem Klang

In den 1980er Jahren eroberten die Lautsprecher-Boxen BR25 und BR26 aus der DDR die Regale – und bis heute sorgen sie in Sammlerkreisen für Furore. Solide Ingenieursarbeit stattet die kompakten HiFi-Boxen mit einem überraschend guten Sound aus. Über einen Klang-Klassiker und warum er noch heute viele Fans hat.

Von Florian Zellmer Aktualisiert: 21.01.2026, 16:02
Eine Platine mit elektronischen Bauteilen aus einer Musikanlage der DDR-Firma RFT wird in einer kleinen Werkstatt für alte Radios, Schallplattenspieler oder HiFi-Anlagen repariert.
Eine Platine mit elektronischen Bauteilen aus einer Musikanlage der DDR-Firma RFT wird in einer kleinen Werkstatt für alte Radios, Schallplattenspieler oder HiFi-Anlagen repariert. Foto: dpa

Halle (Saale)/Magdeburg. – Die RFT BR25 ist eine Lautsprecherbox, die Ende 1984 vom VEB Musikelectronic Geithain entwickelt und auf der Leipziger Herbstmesse präsentiert wurde. Sie war ein Meilenstein der DDR-Audiotechnik, weil sie den bis dahin im Heimbereich üblichen Klang deutlich übertraf und sich durch eine saubere, pegelfeste Wiedergabe auszeichnete – eine Besonderheit in einem Markt, der ansonsten wenig Auswahl bot.

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Die solide Verarbeitung mit abgerundeten Gehäuse-Ecken und die Bassreflextechnik trugen dazu ebenso bei wie die durchdachte Abstimmung von Gehäuse, Bass- und Hochtonlautsprechern und der Frequenzweiche, die dem Klang ein ausgewogenes Profil verlieh.

Schnell nachgelegt: Verkaufssschlager BR25 wird optisch verfeinert

Bis zur Wende entstanden etwa 650.000 Stück der BR25, die damit zu den meistgebauten Lautsprecherboxen Deutschlands gehörten. Nach der Produktion in Geithain wurde sie ab 1985 in den größeren Betrieben von Statron Fürstenwalde gefertigt, wo auch ein beträchtlicher Teil der Produktion für den Export in die BRD bestimmt war – dort wurden die Boxen über Elektronik-Händler wie Conrad Electronics verkauft.

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Die Grundidee der BR25 wurde in anderen Varianten weitergeführt: Bereits 1985 wurde die BR25E auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt. Sie bot den gleichen Klangcharakter wie das Original, war aber optisch etwas moderner gestaltet und damit mehr "wohnzimmertauglich".

RFT BR25E und BR26: gleiche Technik, moderneres Auftreten

Ein weiterer Schritt war die BR26, die 1987 vorgestellt wurde. Technisch blieb sie nahe an der BR25, doch durch kleinere akustische Feinheiten – etwa den weiterentwickelten Hochtonlautsprecher und eine leicht abgeänderte Frequenzweiche – sollte sie noch runder im Klangbild sein und den Anforderungen an ein wohnlicheres HiFi-Erlebnis gerecht werden.

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Die Box wurde auf der Leipziger Frühjahrsmesse präsentiert und unterschied sich auch durch ihr weiches Gehäuse und die abnehmbare Stoffabdeckung von den Vorgängern.

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In Sammlerkreisen und bei Liebhabern klassischer Audiotechnik gelten BR25, BR25E und BR26 als klanglich nahe beieinander, wobei jede Variante ihren eigenen optischen Reiz hat – echte Unterschiede im Klang sind oft eher subjektiv wahrnehmbar.

Hervorragende Ergänzung zu Heim-Stereoanlagen

Technisch sind alle Boxen als 2-Wege-HiFi-Bassreflexlautsprecher ausgelegt, mit einer Nennbelastbarkeit von etwa 25 W und einer maximalen Belastbarkeit von etwa 50 W bei einer Impedanz von 4 Ohm. Der Übertragungsbereich reicht von etwa 45 Hz bis 22 kHz, was eine für kompakte Lautsprecher erstaunlich tiefe und ausgewogene Wiedergabe erlaubt.

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Schon damals galten sie als hervorragende Ergänzung zu Heim-Stereoanlagen, weil sie selbst im Bassbereich sauber wiedergeben und im Hochtonbereich eine beeindruckende Präzision erreichen konnten – ein Soundbild, das auch aus modernen Verstärkern abgespielt noch überzeugt.

Überzeugende Argumente: Guter Klang, Robustheit und Sammlerwert

Heute sind BR25 und BR26 nicht nur Relikte vergangener Technik, sondern gesuchte Sammlerstücke. Auf Portalen wie Ebay oder Kleinanzeigen tauchen regelmäßig die gebrauchten HiFi-Boxen auf, oft mit dem Hinweis auf den "guten Klang" und ihre Robustheit – auch wenn hin und wieder manch ein Teil erneuert werden muss.

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Für viele Besitzer sind die Boxen nicht nur Sammlerstücke. Vielmehr sind sie Teil einer Geschichte, in der ostdeutsche Elektronik ihren Platz im Heim- und HiFi-Bereich behauptete – und das teils sogar im Westen Deutschlands.

Die solide Technik macht die Kult-Boxen bis heute zu begehrten Klassikern, die weiterhin gerne bei verschiedenen Anlässen zum Einsatz kommen.