MZ-Interview

Corona in Sachsen-Anhalt: Haseloff will neuen Lockdown verhindern

Von Jan Schumann 23.09.2021, 20:00 • Aktualisiert: 23.09.2021, 20:29
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im MZ-Gespräch.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im MZ-Gespräch. (Foto: Andreas Stedtler)

Magdeburg/MZ - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will auch bei zunehmenden Corona-Ansteckungen im Winter einen erneuten Lockdown verhindern. „Das darf nicht mehr passieren“, sagte er im MZ-Interview.

Bei stark steigenden Inzidenzen werde es stattdessen „sehr ausdifferenzierte Reaktionsweisen geben, die auch Schulschließungen verhindern“, erklärte der Regierungschef. „Das beginnt bei den Quarantäneformen - es muss nicht mehr die ganze Klasse nach Hause, es genügen die direkten Kontakte.“

Haseloff: Ungeimpfte sind eine „Gefahr“ für die Wirtschaft

Zugleich nannte Haseloff Impfverweigerer „eine Gefahr“ für die Wirtschaft. „Sie gefährden Arbeitsplätze und den normalen Schulbetrieb“, so der 67-Jährige. Dies führe wiederum zu weiteren Spannungen in der Gesellschaft. „Meine Enkel sind geimpft“, erklärte Haseloff. „Die sagen: ,Jetzt haben wir unseren Teil beigetragen. Wir sehen weiteren Schulausfall nicht mehr ein, nur weil die Älteren unverantwortlich handeln.‘“

Corona als „Stresstest“ für die Demokratie

Zudem kündigte der Regierungschef an: „Wer die kostenlosen Sicherheitssysteme des Staates nicht nutzt und das Impfen verweigert, wird einen finanziellen Beitrag leisten müssen. So wie bei den kostenpflichtigen Tests ab Oktober.“

Im MZ-Gespräch bezeichnete Haseloff die Corona-Krise als „Stresstest für die Demokratie“. Allerdings glaube er, dass die Innovationskraft des freiheitlich-demokratischen Systems stärker sei als in autoritären Systemen – das helfe auch in der Bekämpfung der Pandemie. „Die guten Impfstoffe sind ja hier entwickelt worden“, so Haseloff.