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Kommentar zum Kiffen am Arbeitsplatz Cannabis-Legalisierung geht nicht ohne Regeln

Warum Arbeitgeber den Cannabis-Konsum am Arbeitsplatz eindeutig verbieten sollten.

Von Alexander Schierholz 12.06.2024, 16:54
So, wie man nicht betrunken am Schreibtisch, an der Werkbank oder am Steuer eines Busses erscheinen darf, darf man auch nicht bekifft seiner Arbeit nachgehen, meint unser Kommentator.
So, wie man nicht betrunken am Schreibtisch, an der Werkbank oder am Steuer eines Busses erscheinen darf, darf man auch nicht bekifft seiner Arbeit nachgehen, meint unser Kommentator. (Foto: MZ / Stedtler)

Halle/MZ - Bei der Debatte um die Cannabis-Freigabe und deren Folgen zeigt sich einmal mehr: Legalisierung bedeutet nicht Regellosigkeit. Im Gegenteil. Denn klar ist: So, wie man nicht betrunken am Schreibtisch, an der Werkbank oder am Steuer eines Busses erscheinen darf, darf man auch nicht bekifft seiner Arbeit nachgehen. Zu groß ist das Risiko, sich und andere zu gefährden; von mangelnder Leistungsfähigkeit ganz abgesehen.

Da enden die Parallelen allerdings auch schon. Denn anders als der Konsum von Alkohol ist jener von Cannabis schwieriger nachzuweisen. Erschwerend kommt hinzu: Wie ein Joint wirkt, hängt von der Konzentration des Wirkstoffes THC ab – die kann unterschiedlich sein. Und: Die Abbauprozesse von THC im Körper verlaufen komplexer. Kurz: Es ist kompliziert.

Arbeitgeber sollten dennoch regeln, was sich regeln lässt. Obwohl nach geltender Rechtslage Kiffen am Arbeitsplatz schon jetzt eine Abmahnung oder eine Kündigung zur Folge haben kann, sollten sie den Cannabis-Konsum im Job eindeutig verbieten. Möglich ist das etwa per Betriebsvereinbarung oder Anweisung; es wird dabei auf die individuelle Situation des jeweiligen Unternehmens ankommen. Das schafft Rechtssicherheit für alle, für Chefs wie für Beschäftigte. Unabhängig davon sollte jedem Arbeitnehmer klar sein: Joints erst nach Feierabend oder am Wochenende.