Deutlich mehr Borreliose-Fälle

Borreliose: Zeckensaison in Sachsen-Anhalt beginnt früh

Magdeburg - Zecken sind in diesem Frühjahr in Sachsen-Anhalt besonders aktiv. In den ersten zehn Wochen des Jahres wurden bereits 36 Borreliose-Fälle gemeldet.

22.03.2017, 05:59

Zecken sind in diesem Frühjahr in Sachsen-Anhalt besonders aktiv. In den ersten zehn Wochen des Jahres wurden bereits 36 Borreliose-Fälle gemeldet - fast dreimal so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie das Landesamt für Verbraucherschutz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Das deute auf eine höhere Zeckenaktivität hin, erklärte eine Sprecherin. 2016 trat die von den Spinnentieren übertragene Krankheit in 512 Fällen auf. „Bei einem für die Zecken günstigen Wetterverlauf kann diese Zahl 2017 durchaus übertroffen werden“, hieß es.

Bei der Lyme-Borreliose gelangen durch Zeckenstiche Bakterien (Borrelien) in den menschlichen Körper, die dann zu Infektionen führen können. Symptome können nach Angaben des Robert Koch-Instituts Hautrötungen, Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen bis hin zu Lähmungen sein. Manche Symptome können erst nach Monaten auftreten. Charakteristisch ist eine kreisförmige Rötung, die um den Zeckenbiss entsteht.

Die seltenere Gehirn- und Hirnhautentzündung FSME ist nach den Angaben in diesem Jahr bislang noch nicht aufgetreten. Auch diese Krankheit kann von Zecken übertragen werden. In Sachsen-Anhalt ist jedoch bisher kein Landkreis als Risikogebiet eingestuft.

Im vergangenen Jahr wurde ein FSME-Fall im Land gemeldet, der Betroffene hatte sich zuvor in anderen Bundesländern mit Risikogebieten aufgehalten.

Zecken profitieren von hoher Luftfeuchtigkeit und sind deshalb vor allem in Laub- und Mischwäldern sowie auf schattigen Wiesen zu finden. Nach Angaben des Landesamtes für Verbraucherschutz werden spätestens bei zweistelligen Höchsttemperaturen die ersten Zecken aktiv. Fällt dann noch genügend Regen, steige die Zeckenaktivität schnell an. Kälteeinbrüche könnten jedoch dafür sorgen, dass sich die Spinnentiere vorübergehend zurückziehen. Aktivitätsphasen ließen sich deshalb nur schwer vorhersagen.

Die Experten raten Waldbesuchern, auf den Wegen zu bleiben und Gebüsch und hohes Gras zu meiden, um sich vor Zeckenstichen zu schützen. Spaziergänger sollten sich nach jedem Besuch im Wald stets auf Zeckenbefall kontrollieren.