AfD stellt Liste zur Landtagswahl auf

AfD stellt Liste zur Landtagswahl auf: Partei lässt Poggenburg abblitzen

Magdeburg - Der AfD-Aussteiger André Poggenburg ist mit dem Versuch gescheitert, auf der Liste seiner Ex-Partei für die Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt zu kandidieren.

Von Jan Schumann 24.01.2021, 18:28
Bei ihrem Parteitag in Magdeburg hat die AfD an diesem Wochenende ihre Liste für die Landtagswahl 2021 zusammengestellt.
Bei ihrem Parteitag in Magdeburg hat die AfD an diesem Wochenende ihre Liste für die Landtagswahl 2021 zusammengestellt. ZB

Der AfD-Aussteiger André Poggenburg ist mit dem Versuch gescheitert, auf der Liste seiner Ex-Partei für die Landtagswahl 2021 in Sachsen-Anhalt zu kandidieren.

Der parteilose Politiker verlor am späten Samstagabend auf dem AfD-Listenparteitag in Magdeburg klar die Abstimmung um den aussichtsreichen Platz 15. Stattdessen setzte sich der Halberstädter Christian Hecht durch.

AfD-Parteitag in Magdeburg: Poggenburg scheitert mit Kandidatur

Am Sonntag scheiterte Poggenburg dann erneut in der Abstimmung um Platz 19. Dabei hatte sich der parteilose Rechtsaußen durchaus Chancen auf einen Überraschungscoup ausgerechnet: Die Möglichkeiten einer Kampfkandidatur hatte er Tage zuvor gründlich sondiert.

Der 45-Jährige hatte die AfD jahrelang als Landes- und Fraktionschef geprägt, war 2019 aber im Streit gegangen. Damals gründete er eine neue Partei, die in der Bedeutungslosigkeit verschwand.

Poggenburg-Vorstoß beunruhigt AfD

Die Gerüchte um Poggenburgs neuen Vorstoß hatten im Vorfeld des Parteitags in Magdeburg Unruhe in die AfD gebracht. Der teils rechtsextremen Partei droht die Beobachtung durch den Verfassungsschutz - und insbesondere Poggenburg war bis zu seinem Austritt im Visier des Inlandsgeheimdienstes gewesen. Am Ende scheiterte er klar.

AfD nominiert Spitzenkandidat für Landtagswahl

Der Parteitag in Magdeburg setzte die Aufstellung der AfD-Kandidatenliste fort, erste Plätze waren bereits Ende Dezember vergeben worden. Als Spitzenkandidat zur Landtagswahl im Juni steht bereits Fraktionschef Oliver Kirchner fest. Er gilt als Vertreter des rechtsextremen, offiziell aufgelösten „Flügel“.

Bei den Wahlen am Samstag - beginnend mit Platz sechs - wählte der Parteitag unter anderem die Landesvorstandsmitglieder Gordon Köhler, Jan Moldenhauer und Matthias Büttner aus dem Salzlandkreis auf die Liste. Ebenfalls gewählt wurde dessen Namensvetter, der derzeitige Bundestagsabgeordnete Matthias Büttner aus Stendal.

Mit Daniel Wald (Platz 10), Matthias Lieschke (12), Hannes Loth (13) und Hagen Kohl (16) setzten sich aktuelle Landtagsabgeordnete auf aussichtsreichen Plätzen durch.

Präsenz-Parteitag trotz Corona

Im Gegensatz zu anderen Parteien setzte die AfD in der Corona-Pandemie nicht auf einen Digital-, sondern einen Präsenzparteitag. Am Samstag stimmten in der Messehalle mehr als 400 Mitglieder über Listenplätze ab.

Die Corona-Eindämmungsverordnung ließ solche Parteiveranstaltungen am Wochenende noch zu - mit der Verschärfung des Lockdowns gilt die Sonderklausel aber bereits ab Montag nicht mehr. Bei der Landtagswahl 2016 hatte die AfD 24,3 Prozent geholt, 25 Abgeordnete zogen in den Landtag ein. (mz)