Niederlage für Daniel Roi

AfD-Chef André Poggenburg gewinnt gegen Daniel Roi

Die AfD-Fraktion im Magdeburger Landtag hat einen Herausforderer von Parteichef André Poggenburg abgestraft. Der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer Daniel Roi aus Bitterfeld-Wolfen verlor seinen Posten in einer Kampfabstimmung mit 12 gegen 13 Stimmen an den Juristen und Steuerberater Robert Farle aus Seeburg ...

Von Hagen Eichler

Die AfD-Fraktion im Magdeburger Landtag hat einen Herausforderer von Parteichef André Poggenburg abgestraft. Der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer Daniel Roi aus Bitterfeld-Wolfen verlor seinen Posten in einer Kampfabstimmung mit 12 gegen 13 Stimmen an den Juristen und Steuerberater Robert Farle aus Seeburg (Mansfeld-Südharz).

Poggenburg wurde als Fraktionschef mit 25 von 25 Stimmen wiedergewählt und sitzt somit fest im Sattel.

Roi hatte bis zum März als Wahlkampfleiter eine zentrale Stellung in der AfD. Im Juni setzte er sich von Poggenburg mit dem Thesenpapier „Ruf der Vernunft“ ab.

Inhaltlich ging es um eine Distanzierung von Rechtsextremisten, die auch Poggenburg später unterschrieb. Was viele Erstunterzeichner nicht wussten: Das Papier war am Parteivorstand vorbei entstanden. Poggenburg war erbost, in der Partei wendete sich die Stimmung gegen Roi.

Öffentlich sichtbar wurde das beim jüngsten Parteitag in Haldensleben. Roi bewarb sich für den Parteikonvent und wurde mit blamablem Ergebnis abgewatscht: Er bekam nur eine Ja-Stimme mehr als Nein-Stimmen. Im neuen Fraktionsvorstand ebenfalls nicht mehr vertreten ist seine Lebensgefährtin Sarah Sauermann, die nicht kandidierte.

AfD-Chef André Poggenburg kritisiert den „Ruf der Vernunft“ von Daniel Roi

Poggenburg sagte am Mittwoch, der „Ruf der Vernunft“ sei ungeschickt oder unverantwortlich gewesen und habe der Partei geschadet. „So etwas ruft dann auch eine Quittung hervor.“

Die AfD-Fraktion hatte sich zu einer zweitägigen Klausurtagung nach Gommern (Jerichower Land) zurückgezogen. Im Vordergrund standen Personalplanungen: Poggenburgs bisheriger erster Stellvertreter Matthias Büttner will für den Bundestag kandidieren, nach MZ-Informationen sind auch Jan Wenzel Schmidt und Hans-Thomas Tillschneider interessiert.

Die für März vorgesehene Vorstandswahl wurde daher vorgezogen. Gewählt wurden neben Poggenburg und Farle auch Oliver Kirchner (Magdeburg), Tobias Rausch (Staßfurt) und Mario Lehmann (Gernrode). Bislang hatte der Vorstand zwei Mitglieder mehr.

Poggenburg sieht das einstimmige Votum für ihn als Auftrag, nicht für den Bundestag zu kandidieren, sondern in Magdeburg zu bleiben. Vor der Sommerpause hätten einige Abgeordnete mit dem Gedanken gespielt, die Fraktion zu verlassen, berichtete er. Das sei nun abgewendet.

„Ich habe ehrlich versucht, die Fraktion zusammenzuhalten. Das hat man jetzt honoriert.“
Am Rande der Tagung in Gommern wurde der VW-Bus des Abgeordneten Alexander Raue besprüht, den Autoreifen seines Kollegen Andreas Mrosek wurde die Luft abgelassen. (mz)