Böller-Wurf, Prügelei

AfD André Poggenburg: Polizeieinsatz bei Auftritt in Magdeburg

Magdeburg - Am Donnerstagabend wollte Landeschef André Poggenburg an der Uni Magdeburg reden. Das gelang ihm nicht.

Von Hagen Eichler 12.01.2017, 19:11

Sachsen-Anhalts AfD ist mit ihrem ersten Versuch gescheitert, an den Hochschulen Fuß zu fassen. Am Donnerstagabend wollte Landeschef André Poggenburg an der Uni Magdeburg reden. Das gelang ihm nicht.

AfD-Anhänger in Magdeburg mit Trillerpfeifen und Sprechchören empfangen worden

Studenten hatten den Hörsaal zuvor besetzt und empfingen etwa ein Dutzend AfD-Anhänger mit Trillerpfeifen und Sprechchören. Als sich linke Demonstranten mit Plakaten vor den AfD-Anhängern aufbauten, kam es zu einer Prügelei, ein Böller flog. Nach einer Viertelstunde wurde Poggenburg unter Polizeischutz aus dem Saal geleitet.

AfD-Chef André Poggenburg unter Polizeischutz aus dem Saal geleitet

Der AfD-Vorsitzende bezeichnete die Demonstranten zuvor als „Linksfaschisten“ und sagte: „Das ist das Gleiche, was die Nazis gemacht haben.“ Die Polizei nahm mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung auf. Ein Mitglied der AfD-nahen „Campus-Alternative“ wurde wegen einer Platzwunde behandelt.

Der Vorsitzende des AfD-Jugendverbands „Junge Alternative“, Jan Wenzel Schmidt, kündigte weitere Veranstaltungen an. „Wir werden das notfalls jeden Monat und jede Woche machen. Beim nächsten Mal bringen wir auch eigene Lautsprecher mit“, sagte er der MZ.

AfD will nach Hörsaal-Prügelei an die Uni Magdeburg zurückkommen

Der Dekan der Fakultät Humanwissenschaften, Michael Dick, lobte hingegen das Engegament der Hochschulangehörigen: „Unsere Studierenden zeigen Flagge und Haltung. Darauf bin ich stolz.“ Um einen wissenschaftlichen Diskurs sei es der AfD erkennbar nicht gegangen.

Außer Poggenburg wollte der emeritierte Biologieprofessor Gerald Wolf reden. Er vertritt die These, dass männliche und weibliche Gehirne erhebliche Unterschiede aufweisen und Gleichberechtigung der Geschlechter daher nicht möglich sei. „Seine Aussagen sind hanebüchen“, sagte Dekan Dick.

Die „Campus-Alternative“ an der Uni Magdeburg hatte sich im vergangenen Sommer gegründet. Der Vortrag zum Thema Gender-Forschung sollte die erste öffentliche Veranstaltung werden. (mz)