Thügida-Demo

Thügida-Demo in Bad Dürrenberg: Rechtsextreme wettern auf dem Marktplatz

Bad Dürrenberg - Die rechtsextreme Organisation Thügida hat am Mittwochnachmittag eine Kundgebung in Bad Dürrenberg abgehalten.

Von Robert Briest 12.04.2017, 15:47

Die rechtsextreme Organisation Thügida hat am Mittwochnachmittag eine Kundgebung in Bad Dürrenberg abgehalten. Mit einem Lautsprecherwagen machten sie auf dem Marktplatz Station. Mehrere Redner wetterten gegen eine vermeintliche Überfremdung Deutschlands. Das Interesse an der Kundgebung hielt sich allerdings in Grenzen. Die Polizei, die mit mehreren Einsatzwagen vor Ort war, zählte neun Teilnehmern.

Der Stopp in Bad Dürrenberg am Mittwoch war offenbar Teil einer Rundreise der Gruppe, die mit den Zusätzen „Wir lieben Sachsen“ respektive „Wir lieben Sachsen-Anhalt“ versucht ihren Aktionsradius auf weitere Teile Mitteldeutschlands auszudehnen.

So war der Tross, wie auf der Thügida-Facebookseite dokumentiert, zuvor bereits zu Kundgebung in Markranstädt und Leipzig. Von dort stammt auch einer der beiden Redner, der unter anderem wegen eines Überfalls auf Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel vorbestrafte frühere NPD-Kader und zwischenzeitliche Landeschef der Partei Die Rechte Alexander Kurth.

Zudem sprach der Vogtländer David Köckert, Vorsitzender von Thügida und früheres AfD- und NPD-Mitglied. Er griff in seiner Rede auch die AfD und deren in Bad Dürrenberg beheimateten rechten Vordenker Hans-Thomas Tillschneider an, in dem er ihnen Tatenlosigkeit vorwarf.

Thügida hat zwar inhaltliche und namentliche Bezüge zum fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis in Dresden, ist jedoch noch deutlich radikaler. Der Thüringer Verfassungsschutz hat sie deshalb bereits seit längerem unter Beobachtung.

Der Auftritt in Bad Dürrenberg sei kurzfristig angemeldet worden, erklärte Bürgermeister Christoph Schulze. Ein entsprechendes Fax sei erst zwei Tage vorher in der Stadt eingetroffen. Weshalb Thügida überhaupt in der Solestadt Halt machte, ist für den CDU-Politiker ein Rätsel: „Der Bezug ist überraschend. Wir sind ja nicht Thüringen.“  Er wertete es jedoch als positives Zeichen, dass die Veranstaltung bei den Bad Dürrenbergern auf so wenig Interesse stieß.  (mz)