Proteste auf Leipziger Buchmesse

Proteste auf Leipziger Buchmesse: Neues Sicherheitskonzept wegen Antaios-Auftritt

Schnellroda/Leipzig - Handgemenge, Polizeieinsätze, lautstarke Proteste: Vor allem diese Bilder rund um die Stände des in Schnellroda ansässigen Antaios-Verlag sind von der Frankfurter Buchmesse im Herbst in Erinnerung geblieben. Mit Protesten ist auch auf der ab Donnerstag geöffneten Leipziger Buchmesse zu rechnen. Denn hier sind die rechtsorientierten Verlage ebenfalls mit Ständen ...

Von Robert Briest 14.03.2018, 07:57

Handgemenge, Polizeieinsätze, lautstarke Proteste: Vor allem diese Bilder rund um die Stände des in Schnellroda ansässigen Antaios-Verlag sind von der Frankfurter Buchmesse im Herbst in Erinnerung geblieben. Mit Protesten ist auch auf der ab Donnerstag geöffneten Leipziger Buchmesse zu rechnen. Denn hier sind die rechtsorientierten Verlage ebenfalls mit Ständen vertreten.

Der Antaios-Verlag des rechten Vordenkers Götz Kubitschek etwa gibt nach acht Jahren Pause sein Comeback gleich mit vier Podiumsdiskussionen. Für diese sind neben den führenden Köpfen des Verlags u.a. das Gesicht der Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, angekündigt. Gerade hier sind Aktionen linker Gegendemonstranten zu erwarten. Gemeinsam mit den Behörden habe man deshalb ein Sicherheitskonzept erstellt, teilte die Messe mit, wollte jedoch keine Details nennen.

Die Leipziger Organisatoren sahen sich jedoch schon im Vorfeld verbalem Protest ausgesetzt. So kritisierten etwa Studenten und Beschäftigte deutschsprachiger Literaturinstitute, die Messeleitung trage „eine Mitverantwortung für die Normalisierung rassistischer und sexistischer Positionen im Parlament und auf der Straße“ und forderten einen Ausschluss rechter Verlage. Zur Eröffnung der Messe ist am Mittwoch auf dem Augustusplatz eine Kundgebung des Bündnisses „Verlage gegen Rechts“ geplant. Zudem sind zahlreiche Diskussionen zum Thema „Rechts“ geplant.

Rechte Verlage auf der Leipziger Buchmesse: Kritik an der Messeleitung

Auf diese verweist auch die Messeleitung. Man stelle sich gegen jede Form von Rassismus und Hetze. Es gibt aber auch den Standpunkt: „Wenn ein Verlag nicht gegen das Grundgesetz verstößt, dann kann ihm die Teilnahme an der Buchmesse nicht verweigert werden“, erklärt Buchmesse-Sprecherin Julia Lücke.

Kritik an der Messeleitung kommt auch von anderer Seite. Antaios-Chef Götz Kubitschek etwa fühlt sich in die rechte Ecke gestellt, da sich in unmittelbarer Nachbarschaft u.a. der Stand der NPD-Stiftung Europa Terra Nostra befindet. Dort sollte auch die neurechte Wochenzeitung junge Freiheit stehen. Die hat vergangene Woche angesichts der Platzierung jedoch wieder abgesagt. (mz)