Mit Petition abgetropft

Leuna: Helmut Kohl bekommt keinen eigenen Platz

Leuna - Der Haupttorplatz in Leuna soll nicht nach dem verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl benannt werden. Warum die Petition gescheitert ist.

Von Melain van Alst 05.10.2017, 09:50
Freude bei Bundeskanzler Helmut Kohl (r.) und dem Präsidenten von Elf Aquitaine, Phillippe Jafre (3.v.r.), die am 25.05.1994 in Leuna symbolisch den ersten Spatenstich für die neue Raffinerie «Leuna 2000» vollziehen.
Freude bei Bundeskanzler Helmut Kohl (r.) und dem Präsidenten von Elf Aquitaine, Phillippe Jafre (3.v.r.), die am 25.05.1994 in Leuna symbolisch den ersten Spatenstich für die neue Raffinerie «Leuna 2000» vollziehen. Zentralbild

Der Haupttorplatz in Leuna soll nicht nach dem verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl benannt werden. Der Vorschlag eines Bürgers, der die Verdienste Kohls für Leuna mit der Umbenennung des Platzes würdigen wollte, wurde vom Stadtrat abgewiesen. Darüber hinaus haben die Räte die Verwaltung damit beauftragt, eine andere Form der Würdigung für den Altkanzler zu finden.

Altkanzler Helmut Kohl hatte sich für Bau der Raffinerie in Leuna eingesetzt

Bereits im Juli war das Anliegen des Bürgers im Stadtrat in Leuna Thema. Damals entschied Bürgermeisterin Dietlind Hagenau (parteilos), eine mögliche Umbenennung in den Ausschüssen zu diskutieren. In dem Vorstoß zur Umbenennung wird vor allem auf die besonderen Verdienste Kohls für die Chemieregion Bezug genommen.

Er sei es gewesen, dem die Chemieindustrie am Herzen gelegen hätte und der mit seinem Einsatz für den Bau der Raffinerie dafür gesorgt habe, dass die Region noch heute maßgeblich davon profitieren kann.

Kein Helmut-Kohl-Platz in Leuna: Großer Aufwand bei Umbenennung gab des Ausschlag für Veto

Letzteres ist einer der Gründe, weshalb die Thematik auch in den Ortschaftsrat nach Spergau gegeben wurde. Zwar fand Ortsbürgermeister Thomas Scholz (parteilos) den Bezug zu dem kleinen Ort verständlich, schließlich gehört die Total-Raffinerie zu Spergau und er hatte auch schon die Idee, den Maienweg umzubenennen. Doch auch dieser Vorschlag fand offenbar keine Mehrheit im Ortschaftsrat, bestätigt Ekkehard Lörzer, Leiter des Fachbereichs Allgemeine Verwaltung der Stadt Leuna.

Eines der Hauptargumente, den Haupttorplatz in Leuna nicht umzubenennen, war die Adresse selbst. Viele der Chemiefirmen am Standort würden diese Adresse angeben und müssten dies dann ändern, was mit einem enormen Aufwand verbunden wäre. SoSo hatte auch Christof Günther, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Infra Leuna, argumentiert.

Helmut Kohl soll dennoch in Leuna gewürdigt werden

Gewürdigt werden sollen die Verdienste Kohls dennoch. Offen bleibt allerdings noch, wie genau das aussehen könnte. Helmut Kohl war am 16. Juni dieses Jahres gestorben. Der Politiker hatte 1991 mit dem „Kanzlerversprechen“ ein politisches Signal gesendet, das den Erhalt des Chemiedreiecks Leuna, Schkopau und Bitterfeld bedeutete. (mz)