Zimmer für „Lieblingsmenschen“

Kinderfreundlichkeit im Saalekreis: Hier dürfen Mitarbeiter ihr Kind mit ins Büro nehmen

Mücheln - Bei der ASG Mücheln gibt es jetzt ein Familienzimmer und in der Kreisverwaltung des Saalekreises ein Mit-Kind-Büro. Welche Vorteile das bringt.

Von Diana Dünschel

Ein MZ-Artikel Mitte dieses Jahres über Pläne der Saalekreis-Verwaltung, ein Mit-Kind-Büro einzurichten, brachte Susanne Herfurth auf die Idee. Warum machen wir das nicht auch?, fragte sich die Geschäftsführerin der Arbeitsförderungs- und Sanierungsgesellschaft mbH (ASG) Mücheln. Gesagt, getan. Seit Ende August gibt es in der Verwaltung des Unternehmens ein Familienzimmer.

Das soll auf keinen Fall ein Betriebskindergarten sein. Es gibt keine Erzieherin, die die Kleinen betreut. Es gibt keine festen Öffnungszeiten. Und es soll keine Dauerlösung sein. Sinn ist es vielmehr, den Mitarbeitern der ASG-Verwaltung bei einer leichten Erkrankung des Nachwuchses oder beim kurzfristigen Ausfall der Betreuung eine Alternative zur Krankschreibung zu bieten, von der beide Seiten etwas haben.

Familienzimmer der ASG mit Liebe zum Detail

Die Mitarbeiter müssen wirklich nur dann mit ihren Kindern zu Hause bleiben, wenn die Fieber oder ansteckende Krankheiten haben und brauchen die ihnen dafür jährlich zur Verfügung stehenden Tage nicht unnötig aufbrauchen, wenn Tochter oder Sohn sich nur mal schlapp fühlen. Die Mama bringt in diesem Fall ihr - größeres - Kind einfach mit zur Arbeit. Der Betrieb wiederum kann mit voller Kraft weiterarbeiten und muss keine langen Personalausfälle verkraften.

Außerdem garantiert das mit Liebe zum Detail eingerichtete Familienzimmer der ASG, dass das Kind gut beschäftigt ist, sich nicht langweilt und dabei immer weiß, Mama ist gleich nebenan. Dafür wurde laut Susanne Herfurth ein vorher leerstehendes Büro saniert und in Pastellfarben neu angestrichen. Es gibt ein bequemes Sofa mit Kuscheldecke zum Hinlegen und Ausruhen und einen Fernseher für das Schauen der Lieblings-DVD, eine Wandtafel samt Kreide, Plüschtiere, eine Puppenwiege samt Puppe, Bücher und Bauklötze.

Familienzimmer: Benötigtes Spielzeug von daheim mitgebracht

An der Tür steht „Lieblingsmensch“. „Das ganze Team hat nicht mehr benötigtes Spielzeug von daheim mitgebracht“, freut sich Susanne Herfurth, dass ihre Idee so guten Anklang findet. Immerhin weiß sie als mehrfache Mama genau, wie schnell man mal in die Situation mit einem Kind mit vergleichsweise harmlosem Bauchweh kommen kann und sich dann über eine schnelle Lösung für solch einen Notfall freut. Die Mütter ihres Teams sind genauso begeistert wie die Oma, die ab und an stundenweise die Kinder ihres alleinerziehenden berufstätigen Sohnes betreut und dafür nicht mehr freinehmen muss.

Auch die Saalekreis-Verwaltung, die sich Familienfreundlichkeit seit langem auf die Fahne geschrieben hat, eröffnete Ende September ihr angekündigtes Mit-Kind-Büro, teilt Pressesprecherin Kerstin Küpperbusch mit. Bereits im Juni gab es in Berlin nach 2013 das erneute Zertifikat für den „Audit Beruf und Familie“ für den Saalekreis, das der Verwaltung familienorientierte Personalpolitik bescheinigt und nach einer gewissen Laufzeit überprüft wird. Teil der zweiten Zertifizierung war die Schaffung des Mit-Kind-Büros. „Seit der Inbetriebnahme wurde es schon zweimal von Mitarbeiterinnen in Anspruch genommen, da kurzfristig keine Betreuung für den Nachwuchs organisiert werden konnte. Des Weiteren gibt es verstärkte Nachfragen seitens der Mitarbeiterschaft zur Nutzung des Raumes“, so Kerstin Küpperbusch. (mz)