Kampf gegen Riesenbärenklau & Co

Kampf gegen Riesenbärenklau & Co im Saalekreis: Kein Sieg in Sicht

Merseburg - Invasive Pflanzen stehen im Saalekreis unter strenger Beobachtung. Warum deren Bekämpfung aber generell ein gravierendes Problem für die Behörden darstellt.

Von Michael Bertram

Im Kampf gegen sogenannte invasive Pflanzenarten sieht sich der Landkreis Saalekreis derzeit nicht zum Handeln gezwungen. Im Gegensatz zu anderen Regionen im Land stellten die eingewanderten Pflanzenarten im Saalekreis laut Angaben der Kreisverwaltung kein akutes Problem dar. Selbst bei dem vor allem im Nachbarlandkreis Mansfeld-Südharz zur Plage gewordenen Riesenbärenklau sei die Lage relativ entspannt.

„Derzeit gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, die den Landkreis als untere Naturschutzbehörde generell zu einem aktiven Handeln verpflichten“, erklärte Kreissprecherin Kerstin Küpperbusch auf MZ-Anfrage. Sehr wohl beobachte man in der Behörde jedoch sehr genau, wie sich die Vorkommen bestimmter Neophyten - so der Fachbegriff für die eingewanderten Pflanzenarten - im Kreisgebiet entwickeln.

Aggressivität der Ausbreitung und Gefährlichkeit für die Gesundheit

Je nach Aggressivität der Ausbreitung und Gefährlichkeit für die Gesundheit sind die einzelnen Arten mehreren Listen zugeordnet. Die schwarze Liste enthält die problematischsten Arten und wird in drei Bereiche unterteilt: Auf der Warnliste tauchen im Kreis noch nicht wild lebende fremde Arten auf, gegen deren Ausbreitung vorbeugende Maßnahme ergriffen werden müssen. Dazu zählt etwa die Wasserhyazinthe, die vor einigen Jahren im Bereich Wettin-Löbejün entdeckt und beseitigt wurde.

Auf einer Aktionsliste stehen fremde Arten, die beseitigt werden sollen. Dazu zählen etwa das Nadelkraut, die Wechselblatt-Wasserpest oder das Brasilianische Tausenblatt. Jedoch ist von nicht einer der Arten auf der Liste ein Bestand im Saalekreis bekannt.

Riesenbärenklau, Robinie oder Goldrute

Anders sieht es hingegen bei der dritten schwarzen Liste, der Managementliste, aus. Ob Riesenbärenklau, Robinie oder Goldrute. Fast alle dieser Pflanzen sind inzwischen im Saalekreis angesiedelt und stehen unter strenger Beobachtung, damit es nicht zu einem massiven Ausbreiten wie etwa derzeit im Landkreis Mansfeld-Südharz kommt. Einer der jüngsten Riesenbärenklau-Funde datiert vom Juni dieses Jahres im Bereich Döllnitz.

Eingreifen ist für die Kommunen schwierig: „Viele problematische Arten, die weiträumig zu finden sind, können nicht mehr ausgerottet werden, so dass sie nur in begründeten Einzelfällen bekämpft werden sollten“, sagt Kreissprecherin Kerstin Küpperbusch. Entsprechende Maßnahmen - und seien es nur Kontrollen - seien jedoch mit erheblichen personellen und finanziellen Anstrengungen verbunden. Außerdem sei nie auszuschließen, dass bei Eingriffen nicht auch andere Arten geschädigt werden.

Naturschutzbehörde im Saalekreis hält sich zurück

Aus diesem Grund hält sich die Naturschutzbehörde im Saalekreis auch weitestgehend zurück, wenn es um aktive Maßnahmen geht. Lediglich bei Pflanzen von der Aktionsliste werde sofort mit der Bekämpfung begonnen. „Für die Arten dieser Liste sind keine erfolgsversprechenden Bekämpfungsmaßnahmen bekannt“, heißt es wiederum vom Landkreis zur Managementliste, auf der ja unter anderem auch der Riesenbärenklau vermerkt ist.

Dass Pflanzen auch indirekt gefährlich werden können, zeigte im Saalekreis unterdessen vor vier Jahren der Weißdorn. Er dient als Wirtspflanze für ein Bakterium, das den Feuerbrand unter anderem bei Birnen und Äpfel auslöst. Obstbauern im Kreis ächzten wegen der erheblichen Verluste bei den Erträgen. (mz)