Schützenverein

In Langeneichstädt wird an einer Zwei-Bahnen-Röhrenschießanlage gebaut

Bis zum Sommer soll alles fertig sein. Dann können die Schützen auch mit Großkaliber schießen.

Von Diana Dünschel 14.01.2022, 18:00
Die zwei 50-Meter-Röhren mit einem Durchmesser von 1,20 Meter werden unter der Erde verborgen und später nicht zu sehen sein.
Die zwei 50-Meter-Röhren mit einem Durchmesser von 1,20 Meter werden unter der Erde verborgen und später nicht zu sehen sein. Foto: Diana Dünschel

Langeneichstädt/MZ - Auf dem Gelände des Schützenvereins Langeneichstädt wird gebaut. Die neue Zwei-Bahnen-Röhrenschießanlage für den Langwaffenbereich auf 50-Meter-Distanz entsteht direkt angrenzend an das Vereinsdomizil. Etwa ein Drittel der Arbeiten, so schätzt Vereinsvorsitzender Harald Noack, ist schon geschafft.

Die Röhren mit einem Durchmesser von 1,20 Meter sind in Schichten aus Kies, Sand und Muttererde verlegt. Bald wird im wahrsten Wortsinn Gras über sie wachsen. Dann sind sie optisch nicht mehr sichtbar. Davor und dahinter wurden für den Kugelfang aus Gummigranulat und den Technikraum mit der Ableitung der Restpulvergase im hinteren Teil sowie für Schallschleuse und Schützenstand mit Schießtischen im vorderen Teil zwei Gruben ausgeschachtet und die Bodenplatten verlegt. Nun werden die Räume hochgemauert, alles verputzt und verkleidet. „Das wird schick und an die Umgebung angepasst“, sagt Harald Noack.

Fünf Jahre hat der Verein seine neue Investition geplant. Rund 100.000 Euro soll der Anbau auf dem Gelände im Römischen Rain laut Plan kosten. Dafür bringen die Mitglieder Eigenmittel auf und übernehmen Arbeiten in Eigenleistung. Das Land fördert die Maßnahme im Rahmen des Vereinssportstättenbaus, und auch Lotto-Toto bewilligte Fördermittel. Zudem unterstützen Unternehmen das Projekt. Bis Mitte des Jahres muss die Fertigstellung erfolgt sein. „Das schaffen wir“, sagt der Vorsitzende.

Ja, es gebe auch bei ihrem Vorhaben Lieferschwierigkeiten, ist vom Langeneichstädter zu erfahren. So ist wohl erst im April mit Eintreffen der Scheibenzuganlage - die Scheibe bewegt sich mittels Seilzug durch die Röhre - zu rechnen. Für diese Variante hatten sich die Schützen übrigens bewusst entschieden. Denn das Schießergebnis könnte auch elektronisch angezeigt werden.

„Aber das wäre nicht nur teurer, die Elektronik ist auch viel störungsempfindlicher“, sagt Harald Noack, der sich vorab zusammen mit Mitgliedern solch eine moderne Variante extra angeschaut hatte. Das Montieren der Scheibenzuganlage ist dann eine der Eigenleistungen. Und in dieser Hinsicht passiere auch schon einiges in privaten Werkstätten, berichtet der Vorsitzende. Zum Beispiel entstehe so auch der Kugelfang.

Man merkt ihm an, wie stolz er schon jetzt auf die neue Anlage ist, die dann mit einem Eröffnungszeremoniell eingeweiht werden soll. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt er. Großkaliber-Schützen könnten sich dann in Langeneichstädt auch auf Landesmeisterschaften vorbereiten. Vor Ort seien solche Wettkämpfe aber aufgrund der Platzverhältnisse nicht möglich.

Dafür aber wird der Neubau behindertengerecht. Eine schiefe Ebene führt künftig zum Schützenstand, die mit einem Rollstuhl befahren werden kann. Ganz intensiv wird zudem auf den Lärmschutz geachtet, der laut Berechnung weit unter den geforderten Werten liegt. Darüber hinaus ist der Betrieb natürlich ebenfalls längst geplant.

Harald Noack spricht von vorgegebenen Schießzeiten nach einem Plan für das ganze Jahr und einer Standaufsicht, die alles im Blick behält. Unter diesen Voraussetzungen erwartet der Verein schon einen Zugang an Mitgliedern, zumal die nächsten Röhrenschießanlagen nicht gerade in der Nähe sind.

Kleinere unerwartete Schwierigkeiten gibt es ja bei solchen Baumaßnahmen häufig, so auch bei den Schützen. Nach Beginn der Arbeiten stellte sich heraus, dass eine Wasserleitung über eine längere Strecke umverlegt werden muss. Auch das ist inzwischen abgeschlossen.