Historischen Schatz bei Ebay angeboten

Historischen Schatz bei Ebay angeboten: Wozu Raubgräber aus Querfurt verurteilt wird

Merseburg - Eine 3.100 Jahre alte Bronzetasse, Anhänger und Beschläge hatte ein 39-Jähriger im Frühjahr 2018 im Saalekreis ausgegraben und bei der Internetplattform „Ebay“ zum Verkauf angeboten. Das wurde ihm zum Verhängnis. Der Querfurter musste sich dafür am Dienstag vor dem Amtsgericht in Merseburg ...

Von Undine Freyberg 22.09.2020, 14:15

Eine 3.100 Jahre alte Bronzetasse, Anhänger und Beschläge hatte ein 39-Jähriger im Frühjahr 2018 im Saalekreis ausgegraben und bei der Internetplattform „Ebay“ zum Verkauf angeboten. Das wurde ihm zum Verhängnis. Der Querfurter musste sich dafür am Dienstag vor dem Amtsgericht in Merseburg verantworten.

Das Gericht verurteilte den Mann zu 150 Tagessätzen à 40 Euro. Der Mann muss diese 6.000 Euro zahlen und die Kosten des Verfahrens tragen.

Ziel seines Hobbys sei es lediglich gewesen, etwas zu finden

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann Unterschlagung von Artefakten vorgeworfen, da der Fund laut den Archäologen des Landesamtes für Archäologie und Denkmalschutz von unschätzbarem wissenschaftlichen Wert sei. Der 39-Jährige Angeklagte erklärte, dass es ihm nicht darum gegangen sei, mit seinem Fund Geld zu machen. Ziel seines Hobbys sei es lediglich gewesen, etwas zu finden.

Er habe sich zunächst in einem Forum für Sondengänger darüber informiert, worum es sich bei dem Fund handeln könnte. Dann habe er es im September 2018 bei Ebay für 1 Euro reingestellt, weil er wollte, dass sich jemand um die Restaurierung der Tasse kümmert, sagte er vor Gericht.

Ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger war darauf aufmerksam geworden

Dadurch war der Fall auch erst aufgefallen. Ein ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger war darauf aufmerksam geworden und hatte zunächst den Mann auf das Denkmalschutzgesetz von Sachsen-Anhalt aufmerksam gemacht und dann das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege informiert, das wiederum das Landeskriminalamt eingeschaltet hatte. Daraufhin wurde die Wohnung des Beschuldigten durchsucht und die Gegenstände entdeckt.

Der gebürtige Thüringer hatte bis vor vier Jahren in Bayern gelebt, wo nicht nur das Sondeln gestattet ist. Wer etwas findet, wird dort auch Miteigentümer des Fundes. In Sachsen-Anhalt gehören ärchäologisch wertvolle Funde automatisch dem Land. (mz)