VfB Imo Merseburg

Fußball-Verbandsliga: VfB Imo Merseburg trennt sich von Trainer Tom Persich

Halle (Saale) - Der VfB Imo Merseburg gibt am Mittwoch bekannt, dass Trainer Tom Persich aus sportlichen Gründen entlassen wurde.

Von Daniel George

Ein bisschen niedergeschlagen klang Tom Persich schon. „Na klar, ich bin enttäuscht“, sagte er am Telefon. „Das ist sehr schade. Ich hatte den Eindruck, dass wir gerade den richtigen Weg eingeschlagen hatten, dass die neu zusammengestellte Mannschaft sich gefunden hat.“

Noch ungeschlagen steht der VfB Imo Merseburg in der Verbandsliga derzeit auf dem vierten Platz. Nur drei Punkte beträgt der Rückstand zum Ersten. Und doch gab der Verein am Mittwoch eine überraschende Nachricht bekannt: Der VfB hat sich von seinem Trainer Tom Persich getrennt. „Wegen sportlicher Erfolglosigkeit“, so wurde es dem 45-Jährigen im Gespräch mit dem Vorstand bereits am Dienstag verkündet.

Es mutet doch ein wenig kurios an, wenn ein Verein seinen Trainer aus sportlichen Gründen entlässt, sich das Team aber durchaus auf Kurs befindet. Fünf Unentschieden stehen zwar drei Siegen gegenüber, mehr hätten es sein können, aber: „Wir hatten bislang nicht einmal die volle Mannschaft zusammen“, sagt Tom Persich. „Und ich weiß doch selber, wie es ist: Wenn so ein Team neu zusammengestellt ist, dann dauert das naturgemäß seine Zeit, bis sich alles findet.“

Gründe bleiben unklar

Persich spricht aus Erfahrung. Seit 1978 ist er mit Leib und Seele Fußballer. Als Spieler hat der gebürtige Weißenfelser beim Halleschen FC begonnen, über Babelsberg 03 ging es später zu Union Berlin. Vor seinem Amtsantritt in Merseburg im April 2015 trainierte Ex-Profi Persich mit Germania Schöneiche einen Oberligisten.

In der vergangenen Spielzeit verpasste er mit dem VfB Imo den angestrebten Aufstieg in eben diese Spielklasse. Der Klub musste zusehen, wie sich Stadtrivale Merseburg 99, der am Dienstag die Rückkehr von Coach Farih Kadic verkündete, den Ausftieg feierte. Doch Persich durfte bleiben. Warum nun also die Trennung?

Der Vorstandsvorsitzende Sascha Czernei erklärt es so: „Wir haben uns aus den verschiedensten Gründen in gegenseitigem Einvernehmen von Tom Persich getrennt.“ Eine Aussage des Vereinschef, die Fragen offen lässt. Vor allem die alles entscheidende, nach dem Warum. „Die Details sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“, gibt Czernei zu Protokoll. Und so viel lässt er sich dann doch noch entlocken: „Die Entscheidung hatte auch, aber nicht primär sportliche Gründe.“

Nachfolger bereits gefunden

Mehr gibt es nicht zu erfahren. Auch von Tom Persich nicht. Der möchte keine schmutzige Wäsche waschen und freut sich stattdessen mehr oder weniger darauf, „jetzt mal ein bisschen mehr Zeit für die Familie zu haben“, wie er sagt. So ganz ohne Fußball geht es aber nicht. Am Mittwochabend schaute sich Persich das Verbandsligaspiel zwischen dem BSV Ammendorf und dem SC Fortuna Magdeburg an. „Am Wochenende werde ich wohl mal zum VfL Halle 96 gehen“, sagt er. „Ich werde ein bisschen über den Tellerrand hinausschauen. Die nächsten Aufgaben werden bestimmt irgendwann kommen.“

Seine Aufgaben beim VfB Imo übernimmt nun erst einmal Alexander Wagner. Der 39-Jährige ist seit Jahren bei den Merseburgern aktiv. Zuletzt war Wagner als Trainer der A-Junioren tätig - und das überaus erfolgreich. Der Imo-Nachwuchs stand in der vergangenen Spielzeit kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga. „Mit ihm wollen wir auch die Vernetzung zwischen erster Männermannschaft und unseren Junioren weiter vorantreiben“, sagt Sascha Czernei.

Nur wie lange, das ist offen. Zunächst soll Wagner das Amt nämlich nur vorübergehend bekleiden. Wenngleich der Klub nicht aktiv einen anderen Coach sucht, wie Czernei erzählt: „Mal sehen, wie sich das anlässt und was die Zukunft bringt.“ Überraschungen sind beim VfB Imo jedenfalls nicht ausgeschlossen. (mz)