Fußball-Landesliga

Fußball-Landesliga : Landsberg verliert die Nagel-Probe

Halle (Saale) - Blau-Weiß Brachstedt gewinnt das Derby im Saalekreis. Auch, weil bei einem Angreifer der Knoten platzt.

Von Stefan Wittmann 25.10.2016, 06:40

Florian Nagel hatte schon nach 75 Minuten Feierabend. Mehr Spielzeit brauchte der 22-Jährige auch gar nicht, um dem Landesliga-Derby zwischen dem SSV 90 Landsberg und Blau-Weiß Brachstedt seinen Stempel aufzudrücken. In der Kabine nahm er gerade genüsslich einen Schluck Bier, während Mannschafts-Discjockey Marius Hauschild die Boxen aufdrehte und die Party begann. „Endlich“, so Nagel, „haben wir uns belohnt.“

Grund zum Feiern hatten die Spieler aus Brachstedt allemal. Nach drei Niederlagen in Folge gab es für die Truppe von Trainer Manoel Arnhold am achten Spieltag der Landesliga Süd wieder drei Punkte - und dann auch noch dank des 3:1-Sieges im Derby gegen Landsberg. „Wichtig ist in erster Linie der Sieg“, erklärte Arnhold, „natürlich ist es dann ein schöner Beigeschmack, wenn man im Derby dem Landesliga-Neuling die Grenzen aufzeigen kann.“

Nagel schlägt früh zu

Ganz anders die Stimmungslage bei den Landsbergern. Während die Gäste den Sieg feierten, war es in der Kabine des SSV ganz still: „Wir sind enttäuscht. Wir haben viel investiert, aber einfach zu viele Fehler gemacht“, so SSV-Trainer Maik Ritschel. Für das Derby hatte sich der Übungsleiter einen Plan zurechtgelegt. „Wir wollten nicht zu offensiv verteidigen und den Gegner erstmal locken. Ich dachte, dass Brachstedt zögerlich beginnen wird.“

Dem war aber nicht so. Die Gäste attackierten früh und machten gleich zu Beginn des Spiels Druck. Florian Nagel traf bereits in der achten Minute zur Führung. „Für uns war das ein Auftakt nach Maß“, beschrieb SG-Trainer Arnhold den schnellen Treffer seiner Mannschaft. „Gerade für Florian freut es mich. Er ist fleißig, spielt immer gut, jetzt hat er den ersten Treffer nach seinem Wechsel erzielt.“

Vor der Saison kam „Otti“, wie Nagel in Mannschaftskreisen genannt wird, vom Storkower SC nach Brachstedt. Im Derby gelang ihm nun der Durchbruch vor dem Tor - und mehr: Als David Reza in der 23. Minute auf 2:0 erhöhte, kam die Vorlage von Nagel. „Die Mannschaft hat mich nach dem Wechsel top integriert. Ich fühle mich heimisch“, lobte der Mann des Spiels seine Kollegen, „ich freue mich, dass ich etwas Zählbares zurückgeben konnte.“

Kurze Hoffnung für Landsberg

Und mit ihm freuten sich zumindest Teile der 114 Zuschauer, nämlich jener Teil, der es mit Brachstedt hielt. Zwar hatte Landsberg nach dem Treffer von Patrick Busch in der 33. Minute zum 1:2 nochmals Hoffnungen, die begruben sich allerdings nur drei Minuten nach Wiederanpfiff endgültig, als Marius Hauschild per Freistoß zum 3:1-Endstand traf. „Dieser Treffer hat uns das Genick gebrochen“, sagte SSV-Trainer Ritschel.

Der Aufsteiger befindet sich nach der vierten Niederlage im achten Spiel auf dem zwölften Tabellenplatz - immerhin mit drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Brachstedt dagegen hat den Abwärtstrend gestoppt und liegt mit zehn Zählern auf dem neunten Rang. „Wir wollen so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu haben“, sagte Arnhold.

Dafür braucht es weitere Punkte. Mit einem Florian Nagel in Derby-Form können die nächsten Gegner kommen. Und auch der Matchwinner hat Blut geleckt. „Wenn man selbst gut spielt und der Mannschaft hilft, schmeckt das Bier im Anschluss gleich viel besser“, sagte der 22-Jährige lachend. (mz)