43 Millionen Euro

Bad Lauchstädt will Geld für Therme beim Land beantragen

Rat stimmt für Antrag beim Land.

Von Robert Briest
Bad Lauchstädt plant eine Therme zu bauen.
Bad Lauchstädt plant eine Therme zu bauen. (Foto: IMAGO / Horst Rudel)

Bad Lauchstädt - Bad Lauchstädts Stadtrat hält weiter an der Idee eines Thermenbaus fest. Das Gremium stimmte am Dienstagabend dafür, für das Gesamtprojekt von insgesamt 46 Millionen Euro beim Land eine 95-prozentige Förderung zu beantragen. Mit dem Geld soll nicht nur eine Therme entstehen, sondern auch eine Tiefgarage und ein Parkhaus. Zudem sind Straßensanierungen geplant.

Therme zum Festpreis: Stadt plant eine GmbH zu gründen

Der Sonderstadtrat in Milzau lockte ungewöhnlich viel Publikum. Über 30 Bürger hörten zunächst von Bürgermeister Christian Runkel die Kurzfassung einer Machbarkeitsstudie, die der Therme eine hohe Wirtschaftlichkeit bescheinigt hatte. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass eine Freifläche im Wohngebiet Schillerhöhe der geeignetste Standort wäre. Runkel betonte am Dienstagabend mehrfach, dass dieser aber noch nicht endgültig feststehe. Der Bürgermeister ging auch auf Sorgen von Anwohnern ein, dass die Therme für Lärm sorgen werde. Diese ziele auf ein Wellness-orientiertes Publikum ab: „Die Besucher wollen Ruhe.“

Potentielle Betreiber wollen dagegen Geld verdienen. Die Stadt plant eine GmbH zu gründen, welche die Therme zum Festpreis von einem Externen bauen lassen und zum Betrieb an diesen verpachten soll. Runkel zeigte sich optimistisch, dafür Interessenten zu finden: „Die Therme wird von potentiellen Betreibern als Goldgrube gesehen.“ Das liege an der guten Infrastruktur mit der Autobahn und zwei Großstädten vor der Tür.

Therme hätte positive Auswirkungen auf die Wirtschaft

Es gab es aber auch Zweifel am Großprojekt. Alexander Sorge mahnte, es bleibe ein erhebliches unternehmerisches Risiko für die Stadt, sollte sie irgendwann ohne Pächter dastehen. Stefanie Herbarth verwies auf die Fülle an Vorhaben, die die Stadt bereits verfolgt, wie den Rathausneubau oder die Sanierung der Kurparkvilla. Das bereite ihr Bauchschmerzen. Auch Finanzausschusschef Günter Teichmann sprach von ehrgeizigen Zielen, die die Stadt verfolge. Die Therme hätte aber positive Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Wie Runkel betonte er, dass der Rat am Dienstag zunächst über den Fördermittelantrag abgestimmt habe. Nun gilt es abzuwarten, wie viel Geld das Land aus EU- und Bundesmitteln tatsächlich geben will. „Erst wenn der Bescheid da ist, können wir rechnen und gucken, was wir uns leisten können“, sagte Teichmann. (mz)