Wettbewerb

Aktiv, inklusiv, kreativ - Kreissportbund zeichnet „Kilometersammler“ aus

In Auswertung des Wettbewerbs „Kilometersammler“ wurden die fleißigsten 25 von 91 teilnehmenden Vereinen ausgezeichnet.

Von Anke Losack
Vorstandsmitglied Saskia Mikat (l.) nimmt die Auszeichnung für ihren Verein TSG Gymnasium Querfurt entgegen. KSB-Präsidentin Angela Heimbach (Mitte) und Johanna Deutsch vom Landessportbund applaudieren.
Vorstandsmitglied Saskia Mikat (l.) nimmt die Auszeichnung für ihren Verein TSG Gymnasium Querfurt entgegen. KSB-Präsidentin Angela Heimbach (Mitte) und Johanna Deutsch vom Landessportbund applaudieren. (Foto: A. Losack)

Merseburg/Querfurt/MZ - Es war nach Einschätzung des Kreissportbundes (KSB) Saalekreis die größte Breitensportveranstaltung, die der Landkreis je erlebt hat: Am von ihm ausgerufenen Wettbewerb „Kilometersammler“ beteiligten sich 91 Vereine mit 5.325 Teilnehmenden, die bei 53.864 Aktivitäten insgesamt 354.095 Kilometer zu Fuß zurücklegten. 37 Tage lief die Winteraktion, deren Ziel es war, dem durch coronabedingte Beschränkungen herrschenden Mangel an Bewegung und sozialer Teilhabe mit einem Angebot mit Wettbewerbscharakter entgegenzuwirken.

„Es war eine tolle Geschichte, die großen Anklang gefunden hat“, sagte KSB-Präsidentin Angela Heimbach im Rahmen des jüngst durchgeführten Ehrungsempfangs im „Restaurant der Vier Seen“ in Braunsbedra. Dort wurden unter anderem die 25 fleißigsten Vereine des Wettbewerbs ausgezeichnet. Als Sieger der Vereinswertung ging der SV Großgräfendorf hervor mit 34.945 gelaufenen Kilometern vor dem SV Teutschenthal (30.977 km) und dem SV Braunsbedra (20.882 km). Sie und weitere 22 Vereine erhielten jeweils einen Förderscheck von der Saalesparkasse, ein Ehrengeschenk vom Landkreis sowie die offizielle Urkunde für die Teilnahme am Vereinswettbewerb.

Als bemerkenswert hob der KSB unter anderem die Leistung vom Tanzstudio Leuna/Merseburg (Platz 12) hervor. 145 Mitglieder des Vereins, dessen Sportart das Tanzen ist, liefen fast 10.000 Kilometer. Die TSG Gymnasium Querfurt (Platz 5) wiederum habe ihrem Namen alle Ehre gemacht und Schülerinnen und Schüler in die Laufaktion mit eingebunden, so dass der Verein auf insgesamt 370 Teilnehmende kam.

„Berghoch muss man ein bisschen helfen. Bergab kann es nicht schnell genug gehen“

Wie TSG-Vorstandsmitglied Saskia Mikat der MZ berichtet, kam die Initiative, beim Wettbewerb mitzumachen, zunächst von Handballtrainer Christian Werner. Alle Altersklassen der Abteilung beteiligten sich dann daran. Und TSG-Vorstandsmitglied Olaf Sawatzky, zugleich Sportlehrer am Gymnasium, griff die Laufaktion für den Sportunterricht auf.

Einer der Ansprüche, den sich der KSB für die Wettbewerb ebenfalls setzte, war, jedem die Teilnahme zu ermöglichen. Und so wurde auch der Inklusionsgedanke umgesetzt. Die Querfurterin Saskia Mikat erzählt, dass ihr Sohn Luca (12), der im Rollstuhl sitzt, mehr als 300 Kilometer zurückgelegt hat. „Ich bin mit ihm jeden Tag mit dem Rolli los. Wir haben immer etwa zehn Kilometer geschafft.“ Mit einer Hand, ohne Antrieb, steuert der Junge seinen Rollstuhl. „Berghoch muss man ein bisschen helfen. Bergab kann es nicht schnell genug gehen“, sagt die Mutter. Sie ist stolz, was ihr Sohn geleistet und zum Ergebnis des Vereins beigetragen hat.

Dies und die ganz, ganz vielen kreativen Ideen, die Teilnehmende bei dem Wettbewerb einbrachten, und von denen sie liebevoll gestaltete Videos oder kleine und große Fotocollagen machten, zeigen, dass aus dem Aufruf, Kilometer zu sammeln, eine große Veranstaltung geworden ist. Ob es eine Wiederholung des Wettbewerbs geben wird, ließ KSB-Präsidentin Angela Heimbach bei der Ehrung in Braunsbedra offen.