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Zoo LeipzigJörg Gräser: Warum der Tierpfleger an einem Bergbaufest im Erzgebirge teilgenommen hat

Nach seinem Ausstieg bei "Elefant, Tiger und Co." verzaubert Jörg Gräser seine Fans mit Bastelvideos auf Youtube. Neulich war der Tierpfleger aus dem Leipziger Zoo bei einem Bergbaufest in Olbernhau. Was hat Gräser mit dem Bergbauverein zu tun?

Aktualisiert: 21.01.2024, 21:11
Viele Jahre hat sich Gräser im Leipziger Zoo um die Löwen und Erdmännchen gekümmert. Im Frühjahr 2023 wurde der Tierpfleger ins Streichelgehege versetzt. 
Viele Jahre hat sich Gräser im Leipziger Zoo um die Löwen und Erdmännchen gekümmert. Im Frühjahr 2023 wurde der Tierpfleger ins Streichelgehege versetzt.  (Foto: dpa)

Leipzig/MZ.- Plätzchen backen, Wohnung schmücken, Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt: Fast jeder hat ein Ritual, um sich in Weihnachtsstimmung zu bringen. Jörg Gräser, der beliebte Tierpfleger im Leipziger Zoo, stimmt sich seit Jahren mit dem Besuch eines traditionellen Bergbaufestes im Erzgebirge auf Weihnachten ein: der Mettenschicht des Bergbauvereins Olbernhau. Das erzählt Gräser in einem seiner Youtube-Videos.

Eine Mettenschicht, die letzte Arbeitsschicht unter Tage vor Weihnachten, ist ein alter Bergbaubrauch, der vor allem im sächsischen Erzgebirge gepflegt wird. Es werde gegessen und gesungen, erzählt Gräser, während er ein Rentier bastelt - aus einer Ananas, einer Birne, einer Gurke, Weintrauben, Mandarinen und einer knallroten Kirschtomate als Nase.

Jörg Gräser ist Mitglied im Bergbauverein

Seit Juni betreibt der 55 Jahre alte Tierpfleger den Youtube-Kanal "Jörg Gräser bastelt wieder“. Dort veröffentlicht er regelmäßig Videos, in denen er Tiere aus Obst und Gemüse zusammenbaut, zum Beispiel einen Schwertwal, einen Schwan, einen Pfau oder einen Pinguin.

Passend zum dritten Advent hat Gräser am Sonntag ein Video hochgeladen, in dem er einen Engel bastelt. Eine Honigmelone fungiert als Bauch, Karotten als Beine, Birnen als Arme, ein Apfel als Kopf, Weintrauben als Augen und eine kleine Tomate als Nase.

Die Obst- und Gemüse-Kunstwerke, die seine Fans bereits aus der MDR-Sendung "Elefant, Tiger und Co." kennen, verfüttert Gräser an seine Erdmännchen Cora und Sally. Diese leben in Gräsers Garten in Taucha bei Leipzig.

Gefilmt werden die Videos von Gräsers Freund Mirko Knauth - dem Mann, durch den Gräser zum Bergbauverein Olbernhau gekommen ist. "Mirko kommt aus Olbernhau und hat mich irgendwann gefragt, ob ich nicht mal mit zur Mettenschicht kommen will", erzählt Gräser in dem Youtube-Video. Das hat der Tierpfleger gemacht - und trat kurz danach dem Verein bei.

Versetzung von Jörg Gräser im Zoo Leipzig

Bei der Mettenschicht Anfang Dezember, die auf dem Gelände des Besucherbergwerkes Olbernhau stattfand, hat Gräser vom Vereinsvorsitzenden Uwe Kempe ein gestricktes Erdmännchen geschenkt bekommen. Auf Facebook bezeichnete Kempe den Tierpfleger als "unseren Jörg".

Gegenüber der Freien Presse sagte Gräser, dass er aufgrund der Entfernung zwar nicht an jeder Veranstaltung des Bergbauvereins teilnehmen könne, es aber hin und wieder klappe, wie etwa bei der  Mettenschicht Anfang Dezember. Diese sei "eine schöne Tradition", sagt Gräser in seinem Bastelvideo. Inzwischen könne er auch ein paar Bergmannslieder mitsingen.

Zu seiner Versetzung im Leipziger Zoo, die im Frühjahr dieses Jahres für großes Aufsehen gesorgt hat, sagt Gräser in seinen Videos nichts. Warum der "Löwenpapa" nach 36 Jahren vom Raubtier- ins Streichelgehege versetzt wurde, behält auch der Leipziger Zoo für sich.

Im Gespräch mit dem MDR erklärte Zoo-Direktor Jörg Junhold Anfang Mai, dass Personalentscheidungen "Betriebsinterna" seien und er daher zu Gräsers Versetzung "nichts" sagen könne.

Tierpfleger Jörg Gräser: Viele Fans auf Youtube, Facebook und Instagram

Medienberichten zufolge soll es interne Unstimmigkeiten über die Raubtierpflege gegeben haben. In einer Onlinepetition fordern Gräsers Fans dessen Rückkehr ins Löwengehege. Seit Mai haben mehr als 24.600 Menschen die Petition unterzeichnet.

Mit der Versetzung ins Streichelgehege stieg Gräser auch aus der Sendung "Elefant, Tiger und Co." aus. "Ich möchte das zurzeit einfach nicht“, sagte Gräser bei einem Auftritt im Amerika-Zoo in Limbach-Oberfrohna Ende Juni.

Jörg Gräser plant Fotokalender für 2025

Statt im Fernsehen ist Gräser nun in den sozialen Medien zu sehen. Er ist nicht nur auf Youtube aktiv, sondern auch auf Instagram und Facebook. Auf Instagram hat er 14.500 Follower. Für eine aus Kürbissen und Karotten gebastelte Gans bekam Gräser auf Facebook mehr als 7.700 Likes.

Seine schönsten Kunstwerke hat Gräser in einem Fotokalender für 2024 festgehalten, den seine Fans online bestellen konnten. Der Kalender war schon nach kurzer Zeit ausverkauft. Die Einnahmen hat Gräser unter anderem an die Stadttauben- und Wildvogelhilfe Leipzig gespendet.

Für 2025, kündigte Gräser auf Instagram an, werde er bestimmt wieder einen Kalender machen.

Tierpfleger Jörg Gräser hält auch Vorträge

Seine Fans können ihn aber nicht nur auf Youtube und Instagram beim Basteln zuschauen, sondern ihn hin und wieder auch persönlich treffen. Denn Gräser hält ab und zu auch Vorträge, zum Beispiel über die Tier- und Pflanzenwelt im Urwald Brasiliens oder über Gorillas in Uganda.

2023 hat der Tierpfleger zum Beispiel Vorträge in der Böttcherfabrik in Marienberg oder im Amerika-Tierpark in Limbach-Oberfrohna (jeweils Sachsen) gehalten, Mitte Januar 2024 ist er in einem Bürgerzentrum in Grimma aufgetreten.

In den kommenden Wochen hält Gräser zwei weitere Vorträge in Sachsen: am 31. Januar auf Schloss Schweinsburg in Neukirchen/Pleiße und am 16. Februar im Kultur- und Kreativzentrum Folklorehof in Chemnitz.