Keine Rettungsgasse

Feuerwehrleute laufen drei Kilometer zum Unfallort auf der A9 und werden beschimpft

Auf der Autobahn 9 nahe Leipzig ist am Montag ein 19-jähriger Transporterfahrer verunglückt. Weil keine Rettungsgasse gebildet worden war, steckten die Retter der Feuerwehr im Stau fest. Sie machten sich rund drei Kilometer zu Fuß auf zum Unfallort und wurden als „Arschloch“ und „Wichser“ beschimpft.

Aktualisiert: 15.11.2022, 12:21
Nach einem Unfall auf der A9 bei Leipzig musste die Feuerwehr zu Fuß zum Unfallort kommen - die Autofahrer hatten keine Rettungsgasse gebildet. 
Nach einem Unfall auf der A9 bei Leipzig musste die Feuerwehr zu Fuß zum Unfallort kommen - die Autofahrer hatten keine Rettungsgasse gebildet.  (Foto: picture alliance/dpa/Symbol)

Leipzig/Wiedemar/MZ/FKR - Weil bei einem schweren Unfall am Montagmorgen auf der Autobahn 9 bei Leipzig keine Rettungsgasse gebildet worden war, mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr rund drei Kilometer zum Unfallort laufen. Auf dem Weg dahin sind sie offenbar wüst beschimpft worden.

Gegen 7 Uhr war laut Polizei ein 19-jähriger Transporterfahrer zwischen Wiedemar und Schkeuditzer Kreuz in Fahrtrichtung München unterwegs, als er nach rechts von der Fahrbahn abkam, gegen die Leitplanke stieß und in der Folge auf die linke Fahrzeugseite kippte. Der Transporter blieb auf zwei Fahrspuren liegen.

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Die hinzugerufenen Retter der Feuerwehr blieben laut einem Bericht der Sächsischen Zeitung allerdings im Stau auf der derzeit zweispurigen Autobahn stecken, weil keine Rettungsgasse gebildet worden war. Die Einsatzkräfte entschieden sich daraufhin den Weg zu Fuß fortzusetzen.

„Wir wussten nicht, was uns erwartet, haben nur das Nötigste mitgenommen“, erzählt Wolfgang Wenzel, Einsatzleiter der Feuerwehr Wiedemar, dem Nachrichtenportal t-online. Dabei seien sie von anderen Verkehrsteilnehmern als „Wichser“ und „Arschloch“ beschimpft worden, heißt es weiter. Dies hätte auch die Polizei auf Nachfrage bestätigt.

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Am Unfallort selbst fanden sie den 19-jährigen Transporter-Fahrer leicht verletzt vor. Ein Rettungswagen hatte sich parallel aus entgegengesetzter Fahrtrichtung der Unfallstelle genähert.

Die Autobahn war im Unfallbereich pro Fahrtrichtung nur zweispurig und entsprechend eng. Die Polizei weist in einer Mitteilung noch einmal daraufhin hin, dass gerade in verengten Baustellenbereichen wie diesem eine Rettungsgasse im schlimmsten Fall Leben retten kann.