Weihnachtsmarkt in Schweinitz

Weihnachtsmarkt in Schweinitz: Pyramiden und Gesang sorgen für Vorfreude aufs Fest

Schweinitz - Schweinitzer Vereine gestalten gemeinsam mit der Grundschule einen Nachmittag.

Von Sven Gückel

Klein, überschaubar und in besinnlicher Atmosphäre stimmte der Weihnachtsmarkt Schweinitz am Samstag die Einwohner des Ortes auf die kommenden Festtage ein. Den milden Temperaturen setzten die Schweinitzer vehement weihnachtliche Vorfreude entgegen.

Der Gewerbeverein Schweinitz wurde erst 1999 gegründet und gehört damit zu den jüngsten Vereinen des Ortes. Seit 2015 leitet Olaf Peetz dessen Vorsitz.

Alte Traditionen bewahren und Neues schaffen lautet das erklärte Ziel der Mitglieder. Zugleich kämpft der Verein darum, die gewerbliche Vielfalt aufrecht zu halten, was sich im ländlichen Raum als besonders große Herausforderung erweist.  (sgü/mz)

Nach wie vor ist das gesellschaftliche Leben von Schweinitz gut aufgestellt. Zwölf Vereine zählt die Ortschaft, wobei vom Sport über die Musik bis hin zur Heimatgeschichte alle Facetten abgedeckt werden. Zudem kann Schweinitz langfristig auf einen Kindergarten und die Grundschule verweisen. Zwei Säulen, die vor allem im ländlichen Raum tragenden Charakter haben. Diese Kräfte zu bündeln und sie in den Dienst aller zu stellen, gehört zu den Ansprüchen des Gewerbevereins Schweinitz.

Olaf Peetz, Vorsitzender des Gewerbevereins: „Das Vereinsleben hilft dabei, den Zusammenhalt im Ort zu stärken“

Dessen 28 Mitglieder organisieren neben dem Frühlingsfest und der Fasnacht auch den Weihnachtsmarkt, der sich traditionell auf dem Kirchplatz ansiedelt. Kleine Stände säumten am Samstag das Rondell, an denen vorwiegend Vertreter örtlicher Vereine ihr Angebot präsentierten. So offerierten beispielsweise die Frauen der Sportgruppe ihre Grünkohlpfanne und backten Waffeln, während die Angler frisch geräucherten Fisch bereit hielten.

Die Grundschüler wiederum boten selbst gefertigte Kerzenständer zum Kauf an, brachten sich gleichzeitig aber auch wie der Männerchor in die Gestaltung eines Kulturprogramms ein.

„Das Vereinsleben hilft dabei, den Zusammenhalt im Ort zu stärken“, betont Olaf Peetz, Vorsitzender des Gewerbevereins. Ein Grund mehr für ihn, auf die vielerorts üblichen Händler von außerhalb auf dem Schweinitzer Weihnachtsmarkt zu verzichten. Wer wirklich noch etwas für den Gabentisch kaufen möchte, ergänzt er, werde das nicht hier tun.

Olaf Peetz, Vorsitzender des Gewerbevereins: „Das gilt es noch stärker zu nutzen“

Gleichwohl gibt er etwas enttäuscht zu, dass man in der Vorbereitung des kleinen Marktes mit mehr Ständen gerechnet hatte. Besonders über kurzfristige Absagen habe man sich geärgert. „Diese vier Stunden Weihnachtsmarkt bieten uns die Chance zu zeigen, was für eine Kraft in Schweinitz steckt. Das gilt es noch stärker zu nutzen“, gab er die Richtung für das kommende Jahr vor.

Zumal die Aufgaben absehbar nicht leichter werden. Wenn auch ihr Einfluss auf Entscheidungen hierbei gering ist, so wollen die Gewerbevereinsmitglieder nichts unversucht lassen, mit lauter Stimme für den Erhalt des Amtshauses sowie die Sanierung der Turnhalle zu kämpfen. Beides, so Peetz, sei für das gesellschaftliche Leben von Schweinitz von Bedeutung.

So soll das Amtshaus in ferner Zukunft einmal zum Treffpunkt aller Vereine werden, während die Turnhalle den Sportvereinen, der Kita und der Grundschule dienlich ist. Ob und wann es hier aber zur notwendigen Sanierung des Daches sowie der energetischen Elemente kommt, ist weiterhin unklar.

Vereinsmitglied Doris Puhlmann: „Die ältesten Ausstellungsstücke sind annähernd hundert Jahre alt“

Die passende Antwort auf die Frage hatte ungewollt der Heimatverein Swinze parat. Er präsentierte im alten Rathaus eine Sonderausstellung mit dem Namen „Licht in einer dunklen Zeit“. Dabei gewährte man den Besuchern jedoch keinen Weitblick in die Zukunft, sondern schweifte vielmehr zurück in die Vergangenheit.

Historische Schwibbögen und Weihnachtskrippen hatten die Vereinsmitglieder um Doris Puhlmann zusammengetragen, größtenteils Leihgaben, die ihnen aus vielen Orten des Altkreises Jessen und aus Jüterbog übergeben wurden. „Die ältesten Ausstellungsstücke sind annähernd hundert Jahre alt“, freute sich Puhlmann über die Vielfalt.

Die Besucher des Weihnachtsmarktes nahmen das zusätzliche Angebot gerne an, wurden sie vom Heimatverein schließlich auch mit heißem Ingwertee und frischem Gebäck begrüßt. In Schweinitz ist man eingestimmt, das Fest kann kommen. (mz)