Storch Luther

Storch Luther: Angeschossener Vogel ist nach Attentat fast wieder fit

Dabrun/Loburg - Es gibt gute Nachrichten aus Loburg: Luther - das Tier erhielt diesen Namen, nachdem ein Unbekannter bei den Dabruner Weinbergen im August 2016 mit einem Luftgewehr auf ihn geschossen hatte - hat am Sonntag die Flugstufenprüfung drei „auf Anhieb“ erfolgreich ...

Von Michael Hübner 06.03.2017, 17:35

Es gibt gute Nachrichten aus Loburg: Luther - das Tier erhielt diesen Namen, nachdem ein Unbekannter bei den Dabruner Weinbergen im August 2016 mit einem Luftgewehr auf ihn geschossen hatte - hat am Sonntag die Flugstufenprüfung drei „auf Anhieb“ erfolgreich absolviert.

Bei der eins muss der „Patient“ auf einen 60 cm hohen Hocker fliegen, bei der zwei soll eine Sitzkrücke in 1,40 m Höhe erreicht werden und bei der drei geht es eben über zwei Meter hoch, erläutert Christoph Kaatz am Montag auf MZ-Anfrage.

„Das ist ein Anfangserfolg, zumal nicht jeder Storch bereit ist, im Gehege zu fliegen“, berichtet der promovierte Ornithologe.

Doch Luther ist schon kurz nach der Operation in Magdeburg - hier werden die Knochen stabilisiert und das Diabolo entfernt - zum Leidwesen der Pfleger putzmunter. „Er hält von den Verbänden nicht viel“, erzählt Kaatz, „und befreit immer wieder seinen verletzten Flügel.“

Doch die Bandagen sind für den Heilungsprozess dringend erforderlich. „Und wir mussten immer wieder neu verbinden“, so der Storchenhof-Gründer. Die Prognose ist noch im Herbst nicht günstig. Das Tier ist flugunfähig, und an eine Auswilderung ist nicht zu denken. Die Verantwortlichen setzen „mit etwas Glück“ auf das Frühjahr.

Seit Sonntag besteht die Hoffnung, dass der Plan aufgeht. „Er wird noch eine gewisse Zeit benötigen“, ist sich Kaatz aber sicher. Die Experten verfügen schon über Erfahrungen in Sachen Schussverletzungen. Unter den bisherigen 1.700 Patienten deutschlandweit sind fünf ähnliche Fälle.

Auch deshalb lassen die Verantwortlichen bei Luther Vorsicht walten. Ein genauer Entlassungs-Termin könne noch nicht genannt werden. Wenn Luther quasi in der Reha seine Splitterfraktur und den Sehnenriss völlig auskuriert hat, geht es zurück vom Jerichower Land in Richtung Kemberg zu seinem Nest und seiner Familie. Der Storch wird gefahren.

Doch seine Heimat ist auch der Tatort. Das Strafverfahren gegen den unbekannten Schützen wegen des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz - der Weißstorch ist eine streng geschützte Art - hat zumindest noch nicht zum Erfolg geführt.

„Die Ermittlungen dauern weiter an“, sagt Wittenbergs Polizeisprecherin Johanna Schröder-Rimkus. Nach ihren Angaben stehen weitere Zeugenvernehmungen auf dem Programm der Ermittler. Im Übrigen ist auch das Schießen mit Luftdruckwaffen im öffentlichen Raum untersagt. (mz)