Radsport in Wörlitz

Radsport in Wörlitz: Training für die Tour de Franz

Wörlitz - Der SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz startet die Vorbereitung für das Rennen in Wörlitz. Erstmals werden beim traditionellen Event Preisgelder ausgelobt.

Von Michael Hübner 12.05.2020, 09:27

Der Countdown läuft: „Ab Dienstag wird wieder trainiert - in Kleingruppen selbstverständlich“, sagt Roy Gaidies. Und der Radsport-Abteilungsleiter vom SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz fügt hinzu: „Wir hatten in diesen Jahr noch keinen einzigen Wettkampf.“ Das kann sich ändern. Am 1. August soll es zumindest für die Profis wieder losgehen. Innerhalb von nur hundert Kalendertagen sollen 104 Renntage untergebracht werden, darunter die drei großen Rundfahrten Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España, aber auch kleinere Rundfahrten und 15 Eintagesrennen.

Virus erschwert Planung

Und auch Gaidies und seine Mitstreiter sind bestens vorbereitet auf die Tour de Franz in Wörlitz, für die sie erstmals die Verantwortung übernehmen. Das traditionelle Rennen erinnert an die Events der 60er Jahre und soll am 12. September seine neunte Auflage nach dem Comeback erleben. Die Organisatoren stecken seit Mitte Februar mittendrin in der Arbeit und haben sich zumindest bisher durch Corona nicht entmutigen lassen.

Die weiße Fahne ist nicht gehisst worden. Trotz anderslautender Gerüchte stand eine Absage nie im Raum. Doch das Virus - und das ist unbestritten - erschwert die Planung in Detailfragen erheblich. Das macht das Treffen der Verantwortlichen in Wörlitz deutlich. „Welche hygienischen Auflagen gibt es für Hüpfburgen?“ Das ist eine Frage, die die Runde vor Ort nicht beantworten kann. Doch an dem Anspruch, dass das Event familienfreundlich sein soll, wird festgehalten.

Dazu gehört auch eine erstklassige Versorgung der Sportler und Besucher. Ein Restaurant, das schon Bundeskanzlerin Angela Merkel bewirtet hat, ist angefragt worden. Eine Zusage steht noch aus. Fest dagegen steht, dass es eine neue Streckenführung geben wird. Rennleiter Thomas Ristok - das ist also der Chef der Tour de Franz - stellt das Programm vor. Demnach geht es um 9 Uhr mit dem Fette-Reifen-Rennen los.

Für den Wettbewerb der Grundschüler, die nicht in einem Radsportverein organisiert sind, wird jetzt an den Bildungseinrichtungen in Oranienbaum und Wörlitz verstärkt geworben. Rennräder sind für die Steppkes nicht erlaubt. Gefahren wird eine Runde (1.000 Meter). Es geht um Urkunden, Pokale und Trainingsgutscheine. Gaidies spricht von einer „Kleinen Friedensfahrt“.

Das ist verständlich, schließlich haben einst internationale Stars in Piesteritz genauso ihre Karriere gestartet. Bert Grabsch, der am 12. September vor Ort sein wird, ist später Weltmeister im Zeitfahren geworden. Allerdings gibt es in Wörlitz nicht den Kampf des Einzelnen - wie bei der Kleinen Friedensfahrt - gegen die Uhr, sondern einen Massenstart. So ist es auch beim Nachwuchscup. Hier gehen die organisierten Sportler ins Rennen.

Die U 11 startet um 10 Uhr über acht Runden, die U 13 um 10.30 Uhr über zwölf, die U 15 um 10.50 Uhr über 18 und die U 17 um 11.30 Uhr über 21 Runden. Das Hauptrennen der Senioren startet um 12.30 Uhr über 38 Runden. Der Startschuss für die Hobbysportler, die 35 Schleifen absolvieren müssen, ist um 14 Uhr geplant. Erstmals werden bei der Tour de Franz Preisgelder verteilt. Die erhalten die die Besten beim Senioren- und dem U-17-Rennen.

Wenn weitere Sponsoren gefunden werden, ist auch ein Anreiz für die U 15 denkbar. Die Suche nach Geldgebern läuft noch weiter. So soll auch eine moderne Zeitmessung, für die Ristok plädiert, inklusive großer Leinwand finanziert werden. Hier können die Zuschauer das aktuelle Geschehen verfolgen und die Sponsoren so bestens ihre Werbung platzieren.

Tipps von der Bürgermeisterin

Und auch die Organisatoren wollen ihre PR-Aktivitäten fürs Event weiter verstärken. So sollen unter anderem Flyer angefertigt werden. „Auf der Rückseite würde ich auf ein Bild verzichten, so können sich die Leser auf das Wesentliche konzentrieren“, gibt Bürgermeisterin Erika Miertsch Tipps aus ihrer erfolgreichen Unternehmerzeit. Und auch die Anwohner werden noch per Handzettel über die Verkehrseinschränkungen informiert.

Und dann können die Radsportler zeigen, ob sie den coronabedingten Trainingsrückstand aufgeholt haben. (mz)