Fördermittel beantragt

Welche Radweg-Projekte die Gemeinde Helbra umsetzen will

Die Gemeinde Helbra bereitet zwei Radweg-Projekte vor und setzt auf finanzielle Hilfe vom Bund. Für ein drittes Projekt flossen bereits erste Fördermittel.

Von Daniela Kainz
Die denkmalgeschützte Brücke des Sommerradweges in Helbra ist Teil des Sanierungsplanes. (Foto: Jürgen Lukaschek)

Helbra

„Jetzt oder nie“ heißt für Helbras Bürgermeister die Devise. Schon seit Jahren bemüht sich Alfred Böttge (SPD) mit dem Gemeinderat, Fördermittel für den Bau von Radwegen zu bekommen. Mit Hilfe des Sonderprogramms „Stadt und Land“ des Bundes hofft er nun, dass endlich Bewegung in die Sache kommt. Die Kommune will zwei Förderprojekte beantragen. „Bei dem einen Vorhaben handelt es um die Erneuerung eines bestehenden Radweges und bei dem anderen um einen Neubau“, sagt er.

Finanzielle Mittel fehlten bisher für den Radwegausbau in Helbra

So beschlossen die Mitglieder des Bau- und Vergabeausschusses jetzt zum einen, Fördermittel für die Sanierung des Sommerradweges zwischen Helbra und der Gemeinde Benndorf sowie der unter Denkmalschutz stehenden Sommerwegbrücke zu beantragen. Böttge: „Bisher hat uns dafür immer das Geld gefehlt.“ Die prognostizierten Sanierungskosten aus dem Jahr 2019 gehen von einer Investition in Höhe von rund 150.000 Euro aus. Sie werden derzeit aktualisiert.

Während der Sanierungsarbeiten soll auch die Asphaltdecke in der Gemarkung Helbra erneuert werden, auf der Gemarkung Benndorf ist das bereits passiert. Nach Aussagen des Bauamtes der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra müssen bei einem Weg, den sowohl Radfahrer als auch Fußgänger nutzen, die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen berücksichtigt werden: Sie schreiben fest, dass die Mindestbreiten von 2,50 Meter für diese Wege einzuhalten sind.

Die Schätzungen für die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 350.000 Euro. Bei einer 90-prozentigen Förderung müsste die Gemeinde also einen Eigenanteil von 35.000 Euro aufbringen. In ihrem zweiten Projekt will die Kommune Fördermittel für den Bau eines neuen, kombinierten Fuß- und Radweges beantragen. Er soll von der Bushaltestelle „Pfarrholz“ zur Eisenbahnbrücke Helbra bis zum Kreuzungsbereich Helbraer Weg/Hauptstraße in Richtung Ahlsdorf führen. Eine Prognose über die erforderlichen Kosten liegt noch nicht vor. Ein Planungsbüro soll diese Aufgabe jetzt übernehmen. Neben dem Umweltgedanken, der beim Ausbau von Radwegen eine Rolle spielt, möchte die Gemeinde Helbra mit ihren Radwegprojekten die Attraktivität des Ortes für die Einwohner erhöhen. „Ich sehe in der Vergangenheit immer mehr Leute, die mit dem Rad fahren, und die Wege, die wir haben, sind zum Teil sehr schlecht“, erklärt Böttge.

Radweg soll Attraktivität des Ortes erhöhen

Rund 24,5 Millionen Euro stehen dem Land Sachsen-Anhalt insgesamt aus dem Förderprogramm „Stadt und Land“ für entsprechende Projekte zur Verfügung. Der Fördersatz beträgt 90 Prozent, wobei die Auszahlungsfrist für solche Maßnahmen im November des nächsten Jahres endet. Die Projekte müssen dagegen bis zum Jahr 2023 umgesetzt werden. Mit einem dritten Vorhaben verbindet der Bürgermeister vor allem den Wunsch, dass künftig auch Touristen in Helbra Station machen: Gemeint ist unter der Beteiligung mehrerer Kommunen ein Radweg, der von Helbra weiter in den Mansfelder Ortsteil Siebigerode führt.

Die Pläne dafür gab es Böttge zufolge schon seit langem. Die Umsetzung scheiterte bisher an der Finanzierung. Die Chancen stehen mittlerweile sehr gut, dass diese Idee künftig nicht nur auf dem Papier steht. Das Vorhaben ist Teil eines Förderprojektes innerhalb des Strukturstärkungsgesetzes wegen des Wegfalls der Braunkohletagebaue: Geplant ist ein Radweg zur Industriekultur und zum Bergbau im Landkreis Mansfeld-Südharz. Erst kürzlich übergab Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) 226.000 Euro Fördermittel für die thematische Strecke, die langfristig in einen europäischen Radfernweg eingebunden werden soll. (mz)