Paten für Wege gesucht

Welche Probleme es rund um die Wanderwege im Südharz zu bewältigen gilt

In der Gemeinde Südharz wollen Ratsmitglieder und Interessierte die Probleme gemeinsam in Angriff nehmen. Woran es hapert.

Von Helga Koch
Neue Stempel für die Harzer Wandernadel gibt’s an der Alten Dorfschmiede in Hainrode.
Neue Stempel für die Harzer Wandernadel gibt’s an der Alten Dorfschmiede in Hainrode. (Foto: Jürgen Lukaschek)

Hainrode/MZ - Ideal für alle, die im Südharz wandern gehen wollen: Die neu aufgelegte Broschüre mit 25 ausgewählten Rundwegen entlang des Karstwanderwegs Südharz liegt vor. mit Beschreibungen, Karten und QR-Codes. Dass es trotzdem Probleme mit dem Zustand mancher Wanderwege gibt und Angebote der Gastronomie oder Übernachtungsmöglichkeiten fehlen, wissen die Mitglieder vom Umweltausschuss der Gemeinde Südharz nur zu gut. Deshalb hat Christiane Funkel (Bündnis für den Südharz) als Vorsitzende zur „Wandertafel“ eingeladen, rund zwei Dutzend Interessierte kamen.

Finanzierung und Personaleinsatz müssen geklärt werden

In den vergangenen Jahren seien über ein Projekt des Harzklubs Wanderwege erfasst, aber auch Hauptstrecken reduziert worden, berichtet Franziska Döll vom Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz, das einen Teil des Karstwanderwegs in Schuss hält. Man müsse abwägen, welcher Aufwand nötig und möglich sei, um weitere Wanderwege herzurichten, zu beschildern und instandzuhalten. Wanderstützpunkte würden von Sangerhausen bis Stolberg geplant, sagt Döll. Dazu gebe es Gespräche, etwa mit Waldeigentümern, und Abstimmungen mit den Ortschaftsräten. Frank Weidner (parteilos, AfD-Liste) würde sich Schutzhütten wünschen, regt er an. Zudem sollten die Angebote online noch besser präsentiert werden, empfiehlt Matthias Redlich (CDU), etwa hinsichtlich von Qualität oder Barrierefreiheit.

An der Alten Dorfschmiede in Hainrode gibt es einen Stempelkasten der Harzer Wandernadel.
An der Alten Dorfschmiede in Hainrode gibt es einen Stempelkasten der Harzer Wandernadel.
(Foto:Jürgen Lukaschek)

Es sei zu klären, sagt Rolf Kutzleb (Bündnis für den Südharz), wer die Arbeiten erledigt und finanziert. Denn die Gemeinde habe dafür weder Technik noch Personal, aber „es geht auch nicht alles ehrenamtlich“. In Stolberg werde Kurtaxe erhoben, merkt Funkel an, „und wir schaffen’s nicht mal, die Bandwege in Ordnung zu halten“. Vielleicht sollte man mit den Wegen bei Stolberg und am Auerberg beginnen, schlägt Iris Brauner vom Verein Südharzer Karstlandschaft vor; der Verein kontrolliert jedes Jahr einen Abschnitt des Karstwanderwegs und säubert zugleich die Schilder.

„Wenn jeder vor seiner Tür ein bisschen mehr fegen würde, wäre es besser“

Allerdings werde es noch zwei Jahre dauern, schätzt Andreas Schmidt (Bürgerliche Mitte Südharz), bis die Holztransporte aus den Wäldern enden. Wie Thomas Hohmann vom „Bergstüb’l“ auf dem Auerberg schildert, wurden Bäume samt Wanderwegschildern gefällt. Einige habe er wieder angebracht und mähe auch, nicht zuletzt im Interesse seines Umsatzes: „Wenn jeder vor seiner Tür ein bisschen mehr fegen würde, wäre es besser.“

Vielleicht fänden sich Freiwillige, sagt Peter Kohl (Uftrunger Liste), die Spaß am Mähen hätten und die Patenschaft für einen Weg übernähmen. Oder Schüler, die mit ihren Eltern mitmachen würden, meint Weidner. Es gebe viele Freiwillige, sagt Redlich, das hätten die Pflanzaktionen im Wald gezeigt. Wer bereit wäre zu helfen, bittet Funkel, solle sich bei der Gemeindeverwaltung melden. Oder man versuchte es so zu organisieren wie beim Kreissportbund, meint Kohl. Er empfehle, sich mit den Beschäftigungsträgern und dem Jobcenter abzustimmen, ergänzt der Hainröder Christian Landmann.