„In Roßla bin ich nur Silke“

Silke Renk-Lange: Speerwurf-Olympiasiegerin aus Roßla feiert 50. Geburtstag

Roßla - Im Interview spricht Silke Renk über ihre Arbeit und die Verbindung zur Heimat.

Von Ralf Kandel 30.06.2017, 15:00

Am 1. August 1992 schrieb Silke Renk Sportgeschichte. Bei den Olympischen Spielen in Barcelona warf die Roßlaerin den Speer im sechsten und letzten Versuch auf 68,34 Meter. Es war der Wurf zur Goldmedaille. Am Freitag feiert Silke Renk-Lange, die mittlerweile in Halle wohnt, ihren 50. Geburtstag. Über ihr Leben nach dem Olympiasieg, ihre Arbeit und ihre Verbindungen zu ihrer Heimat Roßla spricht sie im Interview mit der MZ.

Alles klar für die Feier?
Silke Renk: Ach, am Freitag lasse ich es ganz ruhig angehen. Am Sonnabend steht dann die Feier mit der Familie hier in Halle auf dem Programm. Der eine oder andere wird sicherlich auch anrufen. Aber so ganz heiß her geht es garantiert nicht, ich bin nicht der große Feten-Feier-Typ. Trotzdem: Das eine oder andere Gläschen Sekt werde ich schon trinken.

Ist der 50. Geburtstag ein Grund, ein Zwischenfazit des Lebens zu ziehen?
Silke Renk: Ich habe in meinem Leben Höhen und Tiefen erlebt. Aber ich kann eigentlich sagen, dass es das Leben doch gut mit mir gemeint hat. Ich habe mich nach der sportlichen Laufbahn ins wirkliche Leben reingefunden, meinen Platz gefunden. Die Arbeit bei den Stadtwerken in Halle macht mir Spaß, das Ehrenamt ebenso.

Sie sprechen vom Ehrenamt. Wo mischen sie mit?
Silke Renk: Ich bin beim Landessportbund Sachsen-Anhalt als Vizepräsidentin aktiv. Klar kostet das Ehrenamt manchmal viel Zeit, aber man lernt auch unheimlich viele neue und interessante Leute kennen. Man kann, wenn auch in kleinen Schritten, etwas bewegen, mitgestalten. Die Mitarbeit beim Landessportbund ist schon ein schöner Ausgleich und eine angenehme Aufgabe.

1992 war ein denkwürdiges Jahr für den Sport im damaligen Kreis Sangerhausen und vor allem für die Stadt Roßla. Silke Renk holte bei Olympia in Barcelona die Goldmedaille. Jens Lehmann, ebenfalls aus Roßla, gewann im Bahnradsport jeweils eine Gold- und Silbermedaille.

Werden Sie noch auf Ihre Erfolge angesprochen?
Silke Renk: Es ist im Lauf der Jahre schon etwas weniger geworden. Aber ab und zu kommen doch noch Autogrammwünsche. Manchmal, wenn ich dienstlich unterwegs bin, kommt das Gespräch auf den Sport, das Speerwerfen und den Olympiasieg. Dann sind die Leute meistens total begeistert. Die Wertschätzung ist immer noch zu spüren. Ich finde es ganz toll, dass die Menschen so etwas nicht vergessen.

Haben Sie noch Kontakte nach Roßla?
Silke Renk: Na klar ist der Bezug noch da. Ich bin in Querfurt geboren, habe in Lodersleben gewohnt und war viele Jahre in Roßla zu Hause. Hier bin ich groß geworden, das ist meine Heimat. Die bleibt im Herzen. Ab und zu bin ich noch bei meinen Eltern in Roßla. Ich bin unheimlich gern dort. Auch bei den seltenen Klassentreffen bin ich, so oft es geht, dabei. Da fühle ich mich richtig wohl. Es gibt doch auch keinen Grund abzuheben. In Roßla ich einfach die Silke. (mz)