Legehennenanlage bei Brücken

Legehennenanlage bei Brücken: 100 Bürger machen gegen geplante Ansiedlung mobil

Hackpfüffel - Bürgerinitiative hat schon über 1.000 Unterschriften gesammelt.

Von Joel Stubert 16.04.2018, 12:19

Parkplätze am Gutspark Hackpfüffel sind keine mehr frei. Und auch an den Straßen in der Nähe sind mehr Autos zu sehen als sonst. Über 100 Leute haben sich am Sonntagnachmittag zur Infowanderung im Gutspark eingefunden.

Sie alle eint ein Ziel: Die geplante Legehennenanlage in Brücken-Hackpfüffel muss verhindert werden. „Wir wollen hier ein Zeichen dafür setzen, dass diese Anlage nicht genehmigt werden darf“, sagt Annegrit Sauerzapf von der Bürgerinitiative „Keine ’Legehennenfabrik’ in Brücken-Hackpfüffel“. Über 1.000 Unterschriften habe die Bürgerinitiative bereits gesammelt, sagt Annegrit Sauerzapf. „Wenn man so etwas verhindern will, muss man vorher aktiv werden“, sagt sie.

Natur um Brücken-Hackpfüffel soll so bleiben, wie sie ist

Aktiv werden an diesem Sonntag auch einige Mitstreiter aus der Umgebung. Pünktlich setzt sich der Wandertross in Bewegung, machte zwischendurch Halt an historischen und archäologischen Stätten, zu denen Heinz Noack vom Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue einiges zu berichten wusste.

„Es geht darum, dass die Natur so bleibt wie sie ist“, sagt Yvonne Weitz, die aus Brücken herübergekommen ist. „Aber die Frage ist dennoch, wie viel Einfluss man tatsächlich auf die Entscheidungen hat“, meint sie. Dennoch - es gehe darum, Politik und Entscheidungsträger zu sensibilisieren.

Landwirt plant Freiluftanlage für Legehennen bei Brücken zu errichten

Ein Landwirt aus dem benachbarten Kyffhäuserkreis (Thüringen) plant, am Südhang des sogenannten Taubenhornberges, der zwischen Brücken und Hackpfüffel liegt, eine Freiluftanlage für Legehennen zu errichten. Von dieser würde jedoch insbesondere für Hackpfüffel, Martinsrieth und Riethnordhausen eine Geruchsbelästigung ausgehen, befürchtet die Bürgerinitiative. Hinzu komme eine Belastung durch Fliegen.

„Massentierhaltung ist ja generell ein Problem“, meint Yvonne Weitz. „Es müsste vielmehr die Qualität im Vordergrund stehen.“ Dem schließt sich auch Gisela Baumann an, die mit ein paar Mitstreiterinnen aus Tilleda gekommen ist. „Wir wollen hier gegen Massentierhaltung demonstrieren. Außerdem sind wir gegen Tierquälerei und den Gestank, der mit dieser Anlage einhergeht“, sagt sie.

Dass der Hühnerkot möglicherweise ins Grundwasser gelangen könnte, ist nicht nur ihre Sorge. „Wenn sich keiner dagegen wehrt, passiert auch nichts“, sagt sie.

Bürger sorgen sich um Umwelt und Grundwasser

Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen haben sich auch Regina Wagner und ihr Mann in Bewegung gesetzt. „Wir haben in Wallhausen mal eine Wasserprobe genommen, da war der Nitratwert fünfmal so hoch wie er sein darf“, sagt Regina Wagner aus Wallhausen. „Wir möchten nicht, dass noch mehr Kot und Hühnermist in die Umwelt gelangt. “

Damit das nicht passiert, setzt sich die Bürgerinitiative gegen die Legehennenanlage ein. „Wir haben auch 120 Briefe an das Umweltamt geschrieben“, sagt Sauerzapf. „Wir haben doch eine Verantwortung gegenüber der nächsten Generation.“

Vielen reiche der nicht weit entfernte Pilzhof in Wallhausen schon, meint sie. „Das hängt alles miteinander zusammen, der Pilzhof spielt auch eine Rolle.“ Noch ein Unternehmen, das die Lebensqualität der Menschen einschränke, brauche man nicht. „Es kann doch nicht sein, dass sich Unternehmen auf Kosten der Natur eine goldene Nase verdienen“, sagt sie. Dagegen müsse man etwas tun. (mz)